37-Jähriger griff Mitbewohner an: Angeklagter kommt in geschlossene Psychiatrie

Frankenberger Land. Weil nach Ansicht des Marburger Landgerichts von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht, muss ein 37-Jähriger aus dem Frankenberger Land in die geschlossene Psychiatrie. Er musste sich wegen des Vorwurfs der versuchten gefährlichen Körperverletzung und der versuchten Nötigung verantworten.

Für die Kammer stand fest, dass der Mann im März seinen 19-jährigen Mitbewohner mit einer Glasflasche bedroht hat. Dabei sollen die Worte „ich schlage Dich, ich töte Dich und ich will dein Blut trinken“ gefallen sein.

Nur weil Zeugen ihn zurückhielten, ließ er ab. Ebenso am folgenden Tag, als er mit einem Messer auf den Mann losging und erneut festgehalten wurde. Darüber hinaus hielt er einer Frau, die auch im selben Haus wohnte, ein Messer an den Hals, um den Aufenthaltsort seines Kontrahenten zu erfahren.

Die Staatsanwaltschaft ging von Anfang an von Schuldunfähigkeit wegen einer paranoid halluzinatorischen Schizophrenie aus. Die psychiatrische Sachverständige sagte, dass sich der 37-Jährige seit den Vorfällen in Behandlung befinde. Wie die Zeugen an zwei Verhandlungstagen übereinstimmend aussagten, sei er immer wieder durch Schreien, Selbstgespräche und Aggressionen aufgefallen, so auch in der Klinik. Er habe Stimmen gehört und Menschen gesehen, die gar nicht da gewesen seien, so die Ärztin. Inzwischen sei er durch Medikamente ruhiger geworden und akzeptiere die Krankheit.

Von einer Entlassung zum jetzigen Zeitpunkt rate sie jedoch ab, so die Sachverständige. „Die Prognose steht und fällt mit einer vernünftigen Versorgung“, hob sie hervor. Ziel müsse es mittelfristig sein, einen Platz in einem Wohnheim, in dem er weitere Betreuung hätte, zu finden.

Das Gericht folgte mit dem Urteil den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Wie der Anwalt des 37-Jährigen hervorhob, habe sein Mandant selbst den Wunsch geäußert, in der Klinik zu verbleiben. „Die Unterbringung bietet ihm die Perspektive, irgendwann normal in die Gesellschaft entlassen zu werden“. (kse)

Quelle: HNA

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