Frankenberg

38-Jähriger wegen Straßenverkehrsgefährdung, Betrugs, Diebstahls und Körperverletzung vor Gericht

- Frankenberg (apa). Wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung infolge Trunkenheit sowie wegen Betrugs, Diebstahls und fahrlässiger Körperverletzung stand am Donnerstag ein arbeitsloser 38-jähriger Frankenberger vor dem Amtsgericht. Zu einem Urteil kam es jedoch nicht: Zunächst müssen weitere Zeugen geladen und gehört werden, um zu klären, ob der Beklagte gezielt oder im Rausch gehandelt hat.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, am frühen Nachmittag des 21. Dezembers 2008 nach dem Genuss von etwa drei Flaschen Wodka mit seinem BMW zu einer Tankstelle in der Röddenauer Straße gefahren zu sein. Dort soll er Benzin im Wert von 50 Euro getankt haben und dann sofort weggefahren sein, ohne zu bezahlen. Anschließend soll der Mann auf den Hof eines BMW-Händlers gefahren sein, wo er von zwei abgestellten Autos die Scheibenwischer im Wert von insgesamt 132 Euro abmontiert haben soll.

Mit den Scheibenwischern im Kofferraum soll er anschließend auf die Bundesstraße 253 in Richtung Korbach gefahren sein. Oberamtsanwalt Reinhard Hormel warf dem Mann vor, deutlich zu schnell gefahren zu sein und einen vor ihm fahrenden VW Polo gerammt zu haben.

Dessen Insassen trugen bei dem Zusammenstoß Hals- und Nackenschmerzen sowie ein Schleudertrauma davon. Der Schaden an dem Polo beläuft sich auf ungefähr 4000 Euro. Bei einer Blutentnahme ergab sich ein Alkoholwert von 2,76 Promille im Blut des Unfallfahrers. „Er war sich bewusst, dass er nicht mehr fahrtüchtig war“, betonte der Vertreter der Staatsanwaltschaft.

„Ich weiß überhaupt nichts mehr davon“, sagte der 38-Jährige vor Gericht. Er berichtete, er habe am Tag vor seiner folgenreichen Fahrt Besuch von seinem Cousin und dessen Ehefrau gehabt. Gemeinsam hätten sein Cousin und er in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember sowie am nächsten Morgen insgesamt drei bis vier Flaschen Wodka getrunken. Ob er auch nach der Abreise seines Cousins am Vormittag allein weitergetrunken habe? „Das weiß ich nicht mehr“, antwortete der Frankenberger auf die Frage von Richterin Andrea Hülshorst.

Lediglich an den Unfall auf der Bundesstraße könne er sich noch ein wenig erinnern: „Ich hab nur die Leute gesehen und dass sie abgebremst haben. Dann hab ich auch ein bisschen gebremst. Dann war da ein Stoß.“ Er habe sowohl die 50 Euro an der Tankstelle als auch die 132 Euro für die Scheibenwischer gezahlt.

Der Angeklagte berichtete, dass ihm der Bruder seiner Lebensgefährtin, der im selben Haus lebt, etwas erzählt habe: Ihm gegenüber habe der Beklagte vor seiner Fahrt gesagt, dass er nur eine Zigarette rauchen und sich dann ins Bett legen wolle. Erinnern wollte sich der Angeklagte an diese Aussage selbst aber nicht.

Damit ergab sich ein neues Bild für die Staatsanwaltschaft. Denn sie wirft dem 38-Jährigen vor, gezielt ins Auto gestiegen, losgefahren, den Tankbetrug und den Scheibenwischerdiebstahl nach zuvor gefasstem Plan begangen zu haben und wider besseres Wissen auch zu schnell gefahren zu sein.

Um zu ermitteln, ob der Arbeitslose nun gezielt oder im Alkoholrausch gehandelt hat, müssen weitere Zeugen und ein Sachverständiger geladen werden. Deshalb wurde die Verhandlung ausgesetzt.

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