Alltag der Polizei hautnah erlebt

Rund 40 Interessierte beim Infotag „Cops for Future“ in Korbach

Bild
+
Ein inszenierter Tatort: Eine zerstörte Fensterscheibe samt Fingerabdrücken und blutige Spuren gehörten zum Einblick in den Bereich „Spurensuche“.

Blutige Fingerabdrücke an der Wand, ein frisierter Roller auf dem Prüfstand, mit dem Spürhund auf Drogenjagd: Ganz nah dran am Polizeialltag waren jetzt rund 40 junge Menschen beim ersten Infotag unter dem Titel „Cops for Future“ der Waldeck-Frankenberger Polizei.

Dass die Polizei einiges zu bieten habe, sagte Achim Kaiser, Chef der Polizei im Landkreis, gleich zum Auftakt. Damit meinte er eine gute Bezahlung und einen sicheren Arbeitsplatz, wie er betonte, aber vor allem auch: Abwechslung. „So viele Möglichkeiten wie bei der Polizei gibt es in keinem anderen Beruf“, betonte denn auch Jörg Dämmer, Sprecher und Einstellungsberater der Waldeck-Frankenberger Polizei und zugleich Haupt-Organisator der Veranstaltung.

In fünf Gruppen konnten sich die Interessierten davon schließlich selbst überzeugen. Immer für gut eine halbe Stunde schnupperten sie in unterschiedliche Bereiche hinein. Zusammen mit Kriminaltechnikerin Anne Katrin Kastler wurde dann ein inszenierter Tatort genau untersucht, samt dem Sicherstellen von Beweisstücken wie Kippenstummeln und dem Sichern von Fingerabdrücken, dann ging es weiter zu Jörg Kleinschmidt von der Autobahnpolizei Baunatal, der Einblick in den BMW und dessen moderner Technik gab, die unter anderem dabei hilft, Raser und Drängler zu überführen.

Zudem gab es eine Diskussionsrunde, eine Vorführung mit einer Drohne, Übungseinheiten beim Sporttraining in der Hauerturnhalle und einige Geräte des regionalen Verkehrsdienstes, beispielsweise zur Überprüfung von Höchstgeschwindigkeiten oder der Lautstärke bei Zweirädern, wurden ausgetestet.

Das steckt drin: Wie die Streifenwagen ausgestattet sind, erfuhren die jungen Menschen ebenso.

Erstmals lud die Waldeck-Frankenberger Polizei zu einem Tag wie diesem ein. „Man muss etwas tun, wenn man junge Leute werben will“, sagte Jörg Dämmer. Ursprünglich waren sogar noch einige Aktivitäten mehr geplant, doch wegen Corona musste das Programm etwas abgespeckt werden. Dennoch war die Nachfrage nach einem Platz groß, gut 40 Interessenten waren da.

Nicht nur Dämmer hofft, dass sich einige der jungen Menschen nun auch tatsächlich für das Studium bewerben. Denn: Die hessische Polizei sucht dringend Nachwuchs. Allein im Februar gab es rund 300 Einstellungen. Allerdings: 500 sollten es eigentlich sein (wir berichteten).

Dass die Arbeit aber kein Job sei, sondern ein Beruf, was von Berufung komme, betonte Polizeichef Achim Kaiser. Zudem suche man nicht nach „Rambos“, sondern nach Menschen, die im Team arbeiten könnten und etwas für die Gesellschaft tun möchten. „Dabei geht es um Ihre Zukunft und die der hessischen Polizei“, hatte Kaiser den Schülern gleich zum Beginn mit auf den Weg gegeben.

Abgehoben: Die Polizei arbeitet längst auch mit Drohnen, hier eine beim Flug.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare