800-Jahr-Feier von Dodenhausen mit Vortrag, Wanderung und gemütlichem Nachmittag

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Mit selbstgemachtem Horn: Günter Grunewald verscheucht am Exhelmer Stein im Kellerwald die Geister. Das Foto entstand 2008 bei einer Aktion des Dodenhäuser Geschichtsvereins Archivfoto: Ochse/nh

Dodenhausen. 1214 bis 2014 – 800 Jahre Dodenhausen im Kellerwald. Zu diesem Jubiläum veranstaltet der Heimat- und Geschichtsverein Dodenhausen am Himmelfahrtstag, 29. Mai, ein Fest. Am Vorabend gibt es bereits einen historischen Vortrag. Wie berichtet, hatte der Ort schon 2003 ein großes Fest gefeiert, bei dem der Erzabbau im Mittelpunkt stand.

Hier das Programm des offiziellen 800-Jahr-Feier:

Mittwoch, 28. Mai: Vortrag: „Dodenhausen im Wandel der Geschichte“ ab 19 Uhr im Gasthaus Geise. Armin Sieburg, pensionierter Archivar des Hessischen Staatsarchives in Marburg, referiert über „Dodenhausen im Wandel der Geschichte“. Er geht dabei von den Dodenhausen direkt betreffenden Quellen im Hainaer Urkundenarchiv ab dem 13 Jahrhundert.

Ab dem 16. Jahrhundert, wird er auf Angaben aus den Salbüchern für die Ämter Rosenthal und Haina berichten, ebenso aber auch auf die Entwicklung des Bergbaus im Kellerwaldgebiet eingehen. Im Mittelpunkt der Ausführungen des 19. Jahrhunderts stehen die Beschreibung des Ortes von 1858 sowie eine Schulvisitation aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Zeitreise endet mit der Eingliederung in die Großgemeinde Haina am 1. Juli 1972.

Donnerstag, 29. Mai (Himmelfahrtstag):

Bereits am frühen Morgen des Himmelfahrtstages, um 6 Uhr, startet das Geburtstagsprogramm mit einer Wanderung zum Exhelmer Stein im Kellerwald, um eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen.

Um 11 Uhr schließt sich ein Festgottesdienst mit Pfarrerin Beate Ehlert am Alten Wasserbassin (bei Regen in der Kirche) an. Mitwirken wird auch der Posaunenchor Dodenhausen. Im Anschluss an den Gottesdienst wird ein Mittagessen angeboten. Danach geht die Veranstaltung zum gemütlichen Teil über. Zur musikalischen Unterhaltung spielt der Posaunenchor Dodenhausen im Anschluss volkstümliche Weisen auf.

Sinkende Einwohnerzahlen und verfallende Gebäude sind heute ein Problem und belasten die Einwohner. Deshalb schreibt der Heimtverein auch diesen Wunsch in seine Einladung zum Fest: „Wir Dodenhäuser wünschen uns, dass trotz des demografischen Wandels und vorhergesagten Dorfsterbens alle unsere wunderschön gelegenen Orte hier im Kellerwald noch lange erhalten bleiben und unsere Nachfahren viele Ortsjubiläen feiern können.“

Im Kellerwald bei Dodenhausen waren einst die Kelten zu Hause. Von früh her wurde sich erzählt, dass dort Götter und Fabelwesen ihr Unwesen treiben. Das berichtet der Dodenhäuser Heimat- und Geschichtsverein.

Der Exhelmer Stein, ein Quarzitfelsen oberhalb des Ortes, wurde auch als Wotans Heim bezeichnet. Das schwarze Gesehr – ein Hochmoor im Kellerwald –, in welchem ein komplettes Pferdefuhrwerk untergegangen sein soll, befindet sich unweit des Exhelmer Steines. Dunkle Gestalten mit geschwärzten Gesichtern streiften damals durch den Keller – so die volkstümliche Bezeichnung für den Kellerwald. Vielleicht sind Köhler, von denen es damals viele gab, die Namensgeber für das Hochmoor Schwarzes Gesehr, also schwarze Gesichter, vermutet der Heimatverein.

Auf jeden Fall war der Keller nach Einbruch der Dunkelheit tabu. Aufgrund dieser Legenden und Geschichten über den Hohen Kellerwald wurde es ab Mitte des 19. Jahrhunderts Brauch, dass die Jugend aus Dodenhausen bereits Tage vor Himmelfahrt anfing, sich aus Holzrinde Hörner zu bauen, die mit Weiden-Mundstücken – sogenannten Hummen – geblasen wurden.

In der Nacht zu Himmelfahrt zog man durch das Dorf und anschließend wanderte man zum Exhelmer Stein. Von dessen Gipfel wurde mit den selbst gebauten Hörnern geblasen, um Götter und Unholde aus Waid und Flur zu vertreiben, so dass einer guten Ernte für den anstehenden Sommer nichts mehr im Wege stand. Anschließend wurde dort noch gemeinsam gefrühstückt, bevor man am Morgen wieder in das Dorf abstieg.

Dieser Brauch wurde bis in die 1980er-Jahre gepflegt. Der Heimat- und Geschichtsverein hat ihn dann zum Dorfjubiläum im Jahr 2003 und noch einmal 2008 im Rahmen einer Sternwanderung mit Densberg und Jesberg wieder aufgegriffen. Und zur 800-Jahr-Feier soll der Brauch nun erneut belebt werden. (nh/mab)

Quelle: HNA

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