Frankenberger Band "Tabacs" hört auf

Ein Abschiedsgruß von kleiner Bühne

Frankenberg/Burgwald - Für viele Musikfreunde war die Nachricht am Sonntagabend im kleinen Burgwalder Rock-Bistro „Zeit(t)raum“ ein Schock: Die Tabacs hören auf. So wurde der vorweihnachtliche Auftritt zu einem Abschiedskonzert.

Maik Garthe, Tobi Koch und Kai Wagner - wer diese Namen hört, denkt unweigerlich an die Tabacs. Eine heimische Band, auf deren Musik verlass ist. Solide, gut gelaunt, rockig mit einem guten Schuss Blues, manchmal etwas schrammelig - so kommen die Tabacs daher und sind mit diesem Programm Stammgäste auf großen Festen und in den kleinen Musikkneipen der Region. Nur noch Geschichte: Die Tabacs haben am Sonntag im Burgwalder „Zeit(t)raum“ ihr letztes Konzert gegeben.

Für viele der Gäste in dem Bistro war die Nachricht ein kleiner Schock. Die meisten wollten einfach mal wieder guter Live-Musik lauschen. Die wenigsten wussten, dass das Konzert ein Abschied sein sollte - eine „kreative Pause“ auf unbestimmte Zeit. Der Laune tat das allerdings nur kurz Abbruch. Wie gewohnt ließen es die drei Musiker mit altbekannten Blues- und Rocknummern krachen. Mit Titeln von Jimi Hendrix über Bruce Springsteen und ZZ Top, aber auch eigenen Liedern wissen die Musiker, wie sie dem Publikum einheizen können. Das haben sie in der Vergangenheit bei vielen Auftritten immer wieder bewiesen - so auch am Sonntag. Das Trio wollte ein letztes Mal sich selbst und auch seine Fans feiern: „Die Leute, die uns mögen, sollen heute Abend noch einmal voll auf ihre Kosten kommen“, sagte Schlagzeuger Tobias Koch vor dem Konzert - die Kapelle hielt dieses Versprechen. Tatkräftige Unterstützung kam vor dem Höhepunkt des Abend von den „Dirty Dolls“.

Weiter in anderen Projekten

Nach dem Konzert begann auch für die Tabacs die besinnliche Zeit mit Familie, Kindern, Verwandten und Bekannten. Frontmann Maik Garthe nahm sich dennoch die Zeit, der Frankenberger Zeitung einige Fragen zum Abschied der Band zu beantworten:

- Frankenberger Zeitung: Am Sonntag habt ihr, nicht still, aber fast heimlich, euer letztes Konzert gegeben. Was hat euch dazu bewogen, das Projekt „Tabacs“ erst einmal auf Eis zu legen?

Maik Garthe: Die Tabacs machen aus familiären Gründen eine Pause. Die jetzigen Umstände lassen einen stressfreien Bandalltag nicht wirklich zu - wir haben ja in den letzten Jahren schon aus Zeitmangel nicht mehr geprobt.

- Der letzte Auftritt ist sicherlich auch für euch etwas Besonderes. Ihr hättet mit der Ankündigung „letztes Konzert der Tabacs“ wohl problemlos die Frankenberger Kulturhalle füllen können. Warum der sehr kleine, fast schon familiäre Rahmen im „Zeit(t)raum“ in Burgwald?

Wir haben das „Zeit(t)raum“ gewählt, weil es momentan in Frankenberg keine Alternative gibt. Tut uns leid für die Leute, die ein wenig in Kalten stehen mussten.

- Jahrelang kannte man euch drei als Tabacs, jetzt ist Schluss. Kannst du dich noch an die Anfänge der Band erinnern, wie ihr auf die Idee gekommen seid, zusammen zu musizieren?

Kai habe ich schon an der Edertalschule kennengelernt, wo wir zuerst in unterschiedlichen AGs und dann in einem Akustik-Projekt spielten. Für unsere E-Gitarren-Musik brauchten wir noch einen Drummer - den fanden wir nach einiger Suche schließlich auf einem Scheunendachboden in Friedrichshausen: den blutjungen Tobi Koch. Aus einer Viermann-Hardrock-Band kristallisierte sich über die Jahre das Bluesrocktrio heraus.

- Ihr drei seid allesamt Musiker aus ganzem Herzen - kaum vorstellbar, dass ihr nach dem Konzert am Samstag eure Instrumente an die Wand hängt. Dürfen wir davon ausgehen, euch auch weiterhin von Zeit zu Zeit zu hören, solo oder in anderen Projekten?

Kai macht Pause, Tobi sucht neue Herausforderungen, ich bin solo schon in den letzten beiden Jahren viel unterwegs gewesen, werde das weiter ausbauen und mit „Wuthe und Faust“ sind wir momentan an einer neuen Platte. Langweilig wird’s also nicht.

- Die Tabacs haben eine große Fanbasis in der Region - und die Band hat bereits einige „kreative Pausen“ eingelegt. Wie viele Hoffnungen können sich all diese Musikfreunde machen, euch drei irgendwann wieder zusammen auf der Bühne zu sehen?

Es war uns seit geraumer Zeit klar, dass das vorerst der letze Abend sein wird. Da wir aber weiterhin privat miteinander zu tun haben werden, war es auch kein schmerzhafter Schnitt für uns. Außerdem gehe ich davon aus, dass früher oder später wieder in irgendeiner Form miteinander musiziert werden wird.

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