Dodenau

Abschluss des Grenzgangs zum Dorfjubiläum

- Dodenau (da). 50 Kilometer durch herrliche Landschaften sind die Dodenauer und viele Gäste bei den vier Grenzgang-Etappen gewandert. Am Samstag feierten sie den Abschluss und sprachen über eine Fortsetzung.

Die letzte Etappe am Samstag lockte bei Sonnenschein noch einmal 250 Wanderer an – vom Kleinkind bis zum Rentner. Wie bei den ersten drei Märschen ging es auch dieses Mal nicht „nur“ ums Laufen, sondern auch um Informationen zur Dorfgeschichte.

Schon am Start am alten Wasserhochbehälter berichtete Alfred Feisel über die Wasserprobleme Dodenaus, die erst mit der Eingemeindung zu Battenberg und dem Bau einer neuen Leitung von Laisa nach Dodenau im Jahr 1972 endeten. Mit dem Bau eines neuen Hochbehälters „waren die Probleme endgültig gelöst“. Das alte Bassin wird immer noch genutzt. Derzeit verbrauchen die Dodenauer etwa 150 Kubikmeter Wasser am Tag. Nur etwa 60 Kubikmeter fließt aus den Dodenauer Quellen, der Rest wird von Laisa in den Kurort gepumpt.

Ein steiler Anstieg führte in die stolze Jagdgeschichte Battenbergs und Dodenaus: Die Kleudelburg war im 18. Jahrhundert Ausgangspunkte für große Jagden. Bis 1967 befand sich dort die Revierförsterei. Über die Geschichte informierte Förster Siegfried Stute. In Vertretung des Pächters Hjalmar Schmitt begrüßte Rolf Pasler die Gruppe.

Der Weg führte weiter durch den Elbrighäuser Grund ins Gebiet „Am Scheid“, wo die Wanderer eine ausgiebige Mittagsrast einlegten. Anschließend liefen sie weiter, überquerten die Landesstraße und marschierten zur Radwegbrücke. Dort verläuft die Grenze zwischen Battenberg und Dodenau, eine kleine Delegation aus der Bergstadt erwartete die Grenzgänger. Ein Stein fehlt, ein Stock markierte den exakten Verlauf: Die Gemarkungen treffen sich auf der Radwegbrücke.

Zur Mehrzweckhalle

Hier fand die einzige „Steinhebe“ der Etappe statt: Mit den Worten „Der Stein, die Grenze, in Ewigkeit“ wurden von Battenbergs Erstem Stadtrat Georg Röse (SPD), dem Dodenauer Ortsvorsteher Wolfgang Stein und weiteren „Grenzprüfern“ aus beiden Orten die Richtigkeit der Grenze an den Steinnachbildungen festgestellt. Den reibungslosen Ablauf sicherte Werner Bergener in seiner Rolle als Amtmann.Am Liebrighäuser Wehr, wo sich früher das Dorf Liebrighausen befand, schaute sich die Gruppe die neue Fischtreppe an. Dann war das Etappenziel, die Mehrzweckhalle, nahe. Auf den letzten Metern führte der Spielmannszug der Feuerwehr die Wanderer an.

In der Mehrzweckhalle begrüßte Ortsvorsteher Wolfgang Stein, der auch Vorsitzender des Festvereins ist, die Gäste. „Der Verein 825 Jahre ist überwältigt von der großartigen Beteiligung.“ Er dankte Manfred Glöser, Dieter Sassor und Bernd Müller für die Organisation der Grenzgänge. Stellvertretend für aller „Wimpelträger“, die während der vier Etappen die Wanderer angeführt hatten, dankte er Dieter Gärtner.Speere für Ortsvorsteher

Die Ortsvorsteher Hartmut Schuckey (Alertshausen), Harald Huneck (Neuludwigsdorf), Marcus Bettelhäuser (Reddighausen), Bernd Marburger (Elsoff), Ulrich Kirchhübel (Battenfeld) sowie Stadtrat Georg Röse erhielten zur Erinnerung an die Grenzgänge „Speere“ mit Zeichnungen aus der Feder von Günter Bergknecht, der die jeweiligen Spitznamen der Orte karikiert hatte.

Manfred Glöser lobte die „großartige Gemeinschaftsleistung“ und betonte, dass eine Grenzbeschreibung aus dem Jahr 1711 vorliege. „In zwei Jahren 300 Jahre Grenzgang zu feiern – das wäre doch was.“ Und auch Wolfgang Stein denkt über eine Wiederholung nach – „vielleicht nicht unbedingt in vier Etappen“.

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