Die "Hessenschau" in Gemünden

Das mit Abstand beste Publikum

Gemünden - Annähernd 400 Zuschauer waren am Mittwoch live dabei, als das HR-Fernsehen die Hessenschau vom Alten Bahnhof in Gemünden aus sendete.

„Noch vier Minuten“, schallt die Stimme von Reporter Jens Kölker durch die Lautsprecher. Das Stimmengewirr vor dem Alten Bahnhof in Gemünden wird allmählich gedämpfter. Denn Kölkers Ankündigung durch sein blaues Mikrofon mit der Aufschrift „HR“ macht am Mittwochabend um 19.26 Uhr klar: Nur noch vier Minuten dauert es, bis die „Hessenschau“ live auf Sendung geht. Nun soll es allmählich ruhiger werden. – Für die Sommertour der Hessenschau hat sich das Fernsehteam des Hessischen Rundfunks unter anderem Gemünden ausgesucht, um über den Ort, seine Einwohner und Besonderheiten zu berichten. Als Gelände, von dem aus live gesendet wird, dient der Platz vor dem Alten Bahnhof. Rund 400 Zuschauer haben sich dort eingefunden, um die Live-Sendung hautnah mitzuerleben. Wer bereits einige Zeit vor Sendebeginn da ist, kann außerdem etwas darüber erfahren, wie Fernsehen gemacht wird. Was auf dem Bildschirm oft spontan aussieht, wird vor der Live-Übertragung geplant und geprobt. Das HR-Team testet beispielsweise den Sende-Ablauf und die Technik. Der Ton bereitet Schwierigkeiten. Während Jens Kölker die Gäste mit lockeren und lustigen Sprüchen unterhält, arbeiten die Tontechniker mit Hochdruck an einer Lösung des Problems. Hektik und gute Stimmung Diese Hektik nehmen die Zuschauer offensichtlich ziemlich gelassen. Gut gelaunt und in Feierstimmung unterhalten sich die meisten noch lautstark, als Kölker bereits ernster wird. Etwa eine Viertelstunde vor Sende-Beginn macht er das Publikum darauf aufmerksam, dass es während der Sendung hektisch werden könnte. Demnach solle am besten niemand zwischen den Sitzbänken herumlaufen. Die schmalen Durchgänge dienen Kamerafrau und Tontechniker, um rasch hinter Moderator Andreas Hieke her zu eilen, der sich während der Sendung immer wieder neu positioniert. Als sich noch immer keine Ruhe einstellt, kündigt Kölker an, dass bis zu 500?000 Menschen die Gemündener live im Fernsehen sehen werden. „Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite“, fordert er die Zuschauer auf. Dann tritt bereits Hieke vor die Kamera, die Maskenbildnerin pudert ihm den Glanz von der Stirn und Kölker ruft: „Noch vier Minuten!“ Eine Mischung aus Aufregung und Anspannung scheint nun doch der ausgelassenen Feierstimmung zu weichen. Denn als die Live-Übertragung pünktlich um 19.30 Uhr beginnt, sind alle aufmerksam und klatschen nur an den Stellen begeistert, an denen es auch eingeplant ist. Die Besonderheit an diesem Abend ist aber nicht nur, dass live aus Gemünden gesendet wurde, sondern dass in mehreren Berichten Menschen zu sehen sind, welche die meisten der Zuschauer vor Ort kennen. Gebannt verfolgen sie auf der großen Leinwand ihre Freunde und Bekannten, etwa Klaus Obermann, der für die Renovierung des Alten Bahnhofs den Denkmal-Preis erhalten hat, die Hobbyfotografin Roswitha Rhiel oder Modellbauer Wolfgang Diehl. Während dieser Berichte steht nicht mehr das HR-Team im Vordergrund, sondern die Gemündener, die mit ihren Besonderheiten hervorgehoben ?werden. Moderator Hieke sagt nach Drehschluss mit einem zufriedenen Lächeln: „Sie haben uns förmlich durch die Sendung getragen.“ Nachdem die Anspannung einer allgemeiner Entspannung gewichen ist, dreht Reporter Kölker noch einmal auf: „Sie waren das mit Abstand beste Publikum während unserer Sommertour.“

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