Ärger in Willershausen über abgeholzte Dornenhecke

Willershausen. Es ist wohl am vergangenen Samstag passiert. Eine alte Dornenhecke wurde in Willershausen auf einer Länge von 300 Metern abgeholzt. Vom Verursacher fehlt jede Spur.

Albrecht Stolle und Hermann Ruckert trauten ihren Augen kaum, als sie am vergangenen Sonntag in Willershausen den asphaltierten Weg von der Straße „Am Berg" in Richtung Wald entlang gingen. Auf einer Länge von rund 300 Metern waren dort, wo eigentlich eine Weiß- und Schwarzdornhecke sowie mehrere Obstbäume hätten stehen müssen, nur noch Baumstümpfe sowie abgehackte und aufgestapelte Äste am Wegesrand zu sehen.

„Die Hecke und die Bäume wurden einfach abgeholzt. Das muss am vergangenen Samstag passiert sein. Ich war selber an dem Tag nicht in Willershausen, habe aber gehört, dass hier Maschinen am Werk waren“, berichtet Stolle, der den Eingriff in die Natur überhaupt nicht verstehen kann.

„Die Hecke stand seit mehr als 65 Jahren hier und ist jetzt innerhalb kürzester Zeit einfach weggemacht worden“, sagt Ruckert. Und Albrecht Stolle ergänzt: „Die Hecke war ein echtes Biotop. Dort haben stets Feldvögel, die im Winter nicht in den Süden ziehen, Unterschlupf gefunden. Im Sommer diente die Hecke den Vögeln dann als Brutplatz“, sagt der Willershäuser, der außerdem darauf hinweist, dass sich in der Hecke auch immer Igel, Eidechsen und Blindschleichen wohl gefühlt hätten. „Wir wissen nicht, wer für das Abholzen verantwortlich ist. Daher klagen wir auch niemanden direkt an. Doch so etwas muss öffentlich gemacht werden, damit das nicht noch einmal passiert“, sagt Stolle.

Wie die HNA seitens der Stadt in Rosenthal erfuhr, liegen die Straße und die Randbereiche, auf denen die Hecke und die Obstbäume standen, auf städtischem Grund. Bürgermeister Hans Waßmuth versicherte aber, dass niemand von der Stadt und dem Bauhof für die Abholz-Aktion verantwortlich sei. Man stehe in Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde, um Klarheit zu bekommen, wer hinter dem Eingriff stehe und wie man weiter vorgehen könne. „Wenn es beispielsweise eine Privatperson gewesen ist, die die Hecke und die Bäume unerlaubt abgeholzt hat, müssen wir klären, wer den Fall anzeigt. Das macht entweder die Stadt Rosenthal oder die Naturschutzbehörde“, so Waßmuth.

Wie die HNA am Montag ebenfalls erfuhr, wurde die Abholz-Aktion von einem Anlieger in Willershausen bereits bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises gemeldet. „Wir gehen im Moment davon aus, dass die Beseitigung der Gehölzstruktur nicht mit uns abgestimmt wurde und sie wurde sicher nicht von der Unteren Naturschutzbehörde angeordnet“, betont Kreissprecherin Ann-Katrin Heimbuchner. Es werde zeitnah eine Ortsbesichtigung stattfinden, um den Sachstand zu ermitteln.

„Sofern sich herausstellen sollte, dass es sich bei der Beseitigung der Gehölzstruktur um einen Eingriff im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes handelt, wird der Vorfall, auch in Einbezug der Grundstückseigentümer beziehungsweise der Bewirtschafter und der Eigentümer der Nachbarflächen, aufgeklärt werden“, sagt Heimbuchner. Das weitere Vorgehen werde vom ermittelten Sachverhalt abhängen.

Von Philipp Daum

Quelle: HNA

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