Gericht

Alkohol, nackte Haut und ein Faustschlag in das Gesicht

Frankenberg / Birkenbringhausen - Wegen Körperverletzung steht ein Friedberger vor dem Frankenberger Amtsgericht. Was sich genau an einem Abend im November zugetragen hat, ist aber noch unklar.

Die einzig sichere Erkenntnis des Vormittags vor dem Frankenberger Amtsgericht war gestern die, dass im November 2011 eine Party in Birkenbringhausen aus dem Ruder gelaufen ist. Ein 21-jähriger Student aus Friedberg ist angeklagt, einen anderen Partygast und eine junge Frau geschlagen, eine Haustür zerstört und drei Autos beschädigt zu haben.

Zur Verhandlung waren allerdings nicht alle Zeugen erschienen. Der Angeklagte selbst verweigerte die Aussage, weshalb nur dessen Lebensgefährtin als einzige Zeugin gehört wurde. Sie stellte ihren Freund als Opfer dar, seinen Schlag in das Gesicht des Geschädigten als Akt der Notwehr.

Die junge Frau gab an, mit ehemaligen Arbeitskollegen gefeiert zu haben. Irgendwann habe sie ihren Freund angerufen, sie abzuholen. Als der mit einem Bekannten eintraf, habe der Geschädigte mit freiem Oberkörper auf dem Sofa gesessen. Nach Darstellung der jungen Frau habe ihr Lebensgefährte darum gebeten, wieder Kleidung anzuziehen. Daraufhin habe der Geschädigte gesagt: „Das macht deine Freundin doch geil“ - und dem Angeklagten einen Schubser verpasst. Dieser habe dem Geschädigten dann ins Gesicht geschlagen und als Reaktion darauf von einem weiteren Partygast eine leere Glasflasche auf den Hinterkopf geworfen bekommen. Daraufhin sei er ohnmächtig geworden.

Sie habe sich mit ihrem Bekannten um ihren Lebensgefährten gekümmert, sich dann aber aus Angst im Bad eingeschlossen, berichtete die junge Frau. Dort habe sie plötzlich Schreie und das Klirren von Glas vernommen. Also habe sie nachgeschaut: Vor der mit Steinen eingeschlagenen Haustür hätten unbekannte Männer gestanden und herumgegrölt. Ihren Freund habe sie erst am nächsten Tag wiedergesehen, die Wunde am Kopf medizinisch versorgt.

Die junge Frau wurde insbesondere deshalb als Zeugin gehört, weil von ihr keine schriftliche Aussage vorlag. Auch die Aussage einer weiteren jungen Frau - die laut Anklage ebenfalls geschlagen worden sein soll - lag nicht vor. Diese Zeugin war aber nicht zu der Verhandlung erschienen, ebenso wie einige andere der geladenen Partygäste. Daher verschob das Gericht die Vernehmung der weiteren anwesenden Zeugen vorerst.

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