Dodenau: Mehrere Einsätze für Polizei

Alkoholexzesse überschatten Maifest

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Schlägereien und Pöbeleien haben das 64. Dodenauer Maifest überschattet. Jugendliche hinterließen zudem jede Menge Unrat auf der Straße vor dem Festgelände und am Radweg zwischen Battenberg und Dodenau. Symbolfoto: Thorsten Richter

Dodenau - Die Polizei ist am Abend des 1. Mai mehrfach nach Dodenau gerufen worden: Besucher des Maifests hatten gepöbelt und Schlägereien angezettelt. Die Verantwortlichen vom TSV sind fassungslos angesichts der Vorfälle.

Nach einem friedlichen „Tanz in den Mai“ am Montag, einem bunten Festzug am Dienstag und anschließendem geselligen Feiern artete das Fest zum Abend hin aus. Hauptkommissar Volker König berichtete gestern von mehreren Einsätzen seiner Kollegen im gesamten Landkreis, betonte aber: „In diesem Jahr machte das Maifest in Dodenau den Einsatzkräften die größten Sorgen.“

Die Beamten der Frankenberger Polizeistation mussten mehrfach wegen Schlägereien ausrücken. Dabei habe es sich um erwachsene Männer gehandelt, bei denen Alkoholwerte von „weit über zwei Promille“ gemessen worden seien.

„Kein Dodenauer dabei“

An den Schlägereien waren nach Angaben des TSV-Vorsitzenden Herbert Battenfeld ausschließlich auswärtige Festbesucher beteiligt. „Es war kein einziger Dodenauer dabei.“ Zwei Erwachsene, Vater und Sohn, waren nach Polizeiangaben vor dem Festplatz mit einem anderen Besucher aneinander geraten: Schon gegen 20 Uhr war es in der Halle zu einem handfesten Streit gekommen, die drei Männer wurden daraufhin vom vom Veranstalter vom Festplatz verwiesen.

Stunden später, gegen 23 Uhr, waren die gleichen Männer in einen anderen Vorfall verwickelt: Zeugen sahen, wie der Sohn gegenüber des Festplatzes gegen ein Auto trat, das mit quietschenden Reifen wegfuhr. Sein Vater lag mit einer blutenden Kopfwunde auf dem Parkplatz. Er hatte offenbar von dem dritten Beteiligten einen Schlag mit einer Flasche erhalten. Der Schläger soll in dem Auto gesessen haben. Als die Polizisten den Vorfall aufnahmen, informierte ein anderer trinkfreudiger Besucher, dass er ebenfalls tätlich angegriffen worden sei.

Über Facebook verabredet

Am späten Abend musste außerdem ein junger Mann mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden: Er hatte nach Polizeiangaben so viel Alkohol getrunken, dass er nicht mehr ansprechbar war. Er wurde noch in der Nacht wieder entlassen. „In der Halle wurde friedlich gefeiert“, betonte Battenfeld. Die Vorfälle hätten sich komplett im Außenbereich abgespielt. „Nach dem letzten Einsatz wurde die Veranstaltung in Absprache mit dem Veranstalter beendet und die Abwanderung der meist alkoholisierten Besucher überwacht“, teilte König mit. „Um 23.20 Uhr haben wir die Veranstaltung abgebrochen“, bestätigte Herbert Battenfeld.

Den TSV beschäftigten aber auch zahlreiche auswärtige Jugendliche, die am 1. Mai nach Dodenau gewandert waren und ihren Abfall hinterließen: Die Bahnhofstraße vor der Halle habe einem Schlachtfeld geglichen, sagte der TSV-Vorsitzende. „Die haben sich über Facebook verabredet.“

Die Vorfälle überschatten das Maifest. Gleichwohl hätte der TSV als Veranstalter die Vorfälle kaum verhindern können. Den Alkohol hätten die Wanderer selbst mitgebracht, sagte Herbert Battenfeld. „Wir haben denen höchstens Pommes und Würstchen verkauft.“

Spuren der Verwüstung

Die leer getrunkenen Flaschen seien auf der Straße mit Steinen zersplittert, mitgebrachte Bollerwagen in den Mühlgraben geworfen worden. Die jungen Wanderer hätten auf ihrem Weg durchs Edertal eine Spur der Verwüstung hinterlassen, sagte Ortsvorsteher Wolfgang Stein der FZ.

„Es waren in diesem Jahr unwahrscheinlich viele Fußgruppen“, bestätigte er Battenfelds Beobachtungen. Der Veranstalter trage an den Vorfällen keine Schuld: „Der TSV hat da gar nichts mit zu tun.“ Entlang des Radwegs zwischen Battenberg und Dodenau sei „jede Menge Unrat“ bei den Pausen der jugendlichen Wanderer liegengeblieben. „Unter anderem Einweggrills und auch viele Flaschen. Der Pfand interessiert die in diesem Moment nicht“, sagte Stein. Der Battenberger Bauhof werde dort säubern müssen.

In Dodenau hat es in den vergangenen Jahrzehnten nie Probleme dieser Art gegeben. Wolfgang Stein, der Lehrer an der Gesamtschule in Battenberg ist, sieht in den Vorfällen auch ein gesellschaftliches Problem, das diskutiert werden müsse.

Bürgermeister Heinfried Horsel sieht seitens der Stadt keine Möglichkeiten, die Feste stärker zu überwachen. Ordnungsdienste würden nur zu Discoabenden vorgeschrieben. Bisher seien andere Maßnahmen „nicht erforderlich“ gewesen.

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