Kulturverein Burgwald präsentierte „Soldaten Schweijk“ und dazu passendes Essen

Alles typisch böhmisch

Wiedersehen: Soldat Schweijk (links, Roland Wichmann) trifft seinen Kumpel Blaek (Ralf Mayer). Die beiden Kabarettisten unterhielten mit dem Stück von Jaroslav Haek 140 Zuschauer im DGH Burgwald. Foto:  Dudek

Burgwald. Es gab Kartoffelsuppe, Schweinebraten, Serviettenknödel und Sauerkraut. Ein typisches böhmisches Menü. Passend zum braven Soldaten Schweijk, dem böhmischen Schlitzohr nach dem Roman von Jaroslav Haek. Roland Wichmann in der Rolle des Josef Schweijk und Ralf Mayer als dessen Kumpel Blaek spielten diese Geschichte, und 140 Zuschauer im Dorfgemeinschaftshaus Burgwald wurden bestens unterhalten.

Die Bühne der beiden Akteure war nicht die Bühne des DGH, sondern der Saal mit dem Publikum. Immer wieder bezog Rolf Wichmann alias Schweijk Personen aus dem Saal in seine Gags ein. In der typisch böhmisch-tschechischen Umgangssprache während der Donau-Monarchie und der nötigen Portion Frechheit fragte Schweijk dann schon mal einen Gast: „Du siehst intelligent aus, warst Du bei Militär? Nein? Weil Du bist ja intelligent.“

Auch Bürgermeister Lothar Koch und seine Frau Christiane wurde nicht verschont von den beiden Kabarettisten: Was nach offizieller Begrüßung aussah, endete damit, dass die beiden böhmischen Schlitzohren die Plätze der beiden einnahmen und sich ihre Getränke schmecken ließen.

Ein Gag folgte dem anderen, und mit dem richtigen Gespür für das Publikum erfolgte dann die erste Unterbrechung für die böhmische Kartoffelsuppe. Der zweite Teil begann wie der erste aufgehört hatte: mit Originalpassagen aus dem Schweijk, und wieder wurde mit dem Publikum gespielt.

Lied für literarischen Vater

Wichmann und Mayer zeigten dann aber auch eine andere Seite: Wichmann griff zur Gitarre – oder wie Schweijk sagte: zum sechsschüssigen Saitengewehr. Mit einem Lied dankten die beiden Figuren ihrem literarischem Vater Jaroslav Haek, und man ließ die Großmutter hochleben, die Babicka.

Nach Schweinebraten und Knödeln zeigten die beiden Kabarettisten aber auch eine ernsthafte Seite und stellten Krieg und Völkerfeindschaft in Frage. Das Burgwalder Publikum hatte auch hier ein feines Gespür für diese nachdenklichen Passagen.

Die Kombination von Essen und Kabarett, die sich der Kulturverein Burgwald mit seinem Vorsitzenden Klaus Rühl ausgedacht hat, war gelungen, und ein besonders glückliches Händchen hatte der Kulturverein mit dem Engagement der beiden Künstler Roland Wichmann und Ralf Mayer. Auch das böhmische Menü der Metzgerei Klotz fand großen Anklang, wie am Ende leere Teller bewiesen.

Von Olaf Dudek

Quelle: HNA

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