Mit Festgottesdienst und einem Zug durch Frankenau beginnt Einweihungsfeier des Kindergartens

Alte Kindertagesstätte erstrahlt in neuem Glanz

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Frankenau - Besuch auch aus allen Stadtteilen: Bei der Kindergarten-Einweihung herrschte großer Andrang, ein buntes Programm sorgte für Feststimmung.

Bunt, neu und groß erscheint der evangelische Kindergarten nach seiner Renovierung. Der gesamte Sonntag stand im Zeichen der Einweihung, beginnend mit einem Festgottesdienst in der Kirche. Gehalten haben den Gottesdienst Pfarrer Harald Wahl und seine Frau Henriette Quapp-Wahl, auch der Frankenauer Gesangverein und der Posaunenchor wirkten mit. Die Erzieherinnen des Kindergartens sprachen mit Kindern Gebete und sangen Lieder. Auch der Schulchor bot einige Lieder und gestaltete das Programm mit.

Nach dem Gottesdienst führte der Posaunenchor den Zug an, der durch die Stadt zum Kindergarten führte. Dort angekommen, eröffnete Pfarrer Harald Wahl mit warmen Begrüßungsworten die Einweihungsfeier. Er sprach seinen Segen für den Kindergarten, das Team und die Kinder aus. Dann betrat der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede das Rednerpult. „Wir feiern heute alle gemeinsam den Geburtstag des alten Kindergartens in seinem neuen Glanz“, sagte er. 2010 seien die ersten politischen Signale für die Erweiterung an den Kreis gegeben worden. Zu dieser Zeit war das Kindergartengebäude teilweise marode. „An manchen Stellen mussten wir Töpfe hinstellen, um das tropfende Wasser aufzufangen“, berichtet die Kindergartenleiterin Waltraud Kettner.

Von den Gesamtkosten in Höhe von 1,125 Millionen Euro für die Renovierung werden bis zu 300.000 Euro aus der Stadtkasse gezahlt, der Rest wird durch Fördergelder finanziert. „Wenn man sich die Abschreibung eines solchen Objektes einmal ansieht, sollte klar werden, dass 10.000 Euro pro Jahr nicht zu viel für unsere Kleinsten sind“, sagte Brede. „Ich freue mich auch sehr darüber, dass wir einen heimischen Architekten für die Planung des neuen Kindergartens gewinnen konnten“, sagte er und gab an den Architekten Hendrik Pape weiter.

„Der Beruf des Architekten ist ein Abenteuer. Man bewegt sich auf immer zwischen verschiedenen Graden“, sagte Pape. „Was ist gewollt und was ist machbar? Was sind die Kosten und was hat man zur Verfügung?“ Die Baustelle sei aber nicht minder abenteuerlich, „denn dort wird meine Planung in die Tat umgesetzt.“ Seine farbliche Auswahl haben die Kinder ergänzt, die in einem Projekt den Zaun des Kindergartens nach Lust und Laune bestrichen haben. Erfreut habe ihn zu sehen, dass alle Beteiligten – ob Bauarbeiter, Erzieherinnen oder freiwillige Helfer – an einem Strang gezogen hätten, um das Projekt nach vorn zu bringen. Für einen gelungenen Neustart in den renovierten Räumen spendete Pape einige Spielzeuge für die Kinder.

Viele Gespräche im Vorfeld

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, sagt Waltraud Kettner. Zauberhaft sei auch der Kindergarten geworden. Denn in vielen Gesprächen saßen der Architekt, die Spender, das Kindergartenteam und Vertreter der Stadt zusammen, damit nichts vergessen wurde. Denn bautechnisch gesehen musste auf vieles geachtet werden. Das erklärte Thomas Tönges bei einer Führung. „Die gesamte Nutzfläche des Kindergartens ist mit sechs Einfamilienhäusern gleichzusetzen, also mit 720 Quadratmetern“, sagte er zu Beginn. Während er die Gruppe durch das Gebäude führte, wies er immer wieder darauf hin, dass die Sicherheit der Kinder an erster Stelle stehe. So wurden für jeden Gruppenraum zwei Fluchtwege geplant und außerdem Rauchmelder in jeden Raum installiert.

Sogar auf kleine Gefahren wurde geachtet. Zwischen Türrahmen und Tür wurden große Rollläden montiert, die verhindern, dass sich jemand die Finger klemmt. Lerntechnisch wurden ebenfalls kleine Hilfen angebracht: Seitlich über den Treppenstufen befinden sich die Zahlen von Eins bis Zehn, auch so werden die Kinder an die Zahlenwelt herangeführt. „In den Gruppen- und Besprechungsräumen befinden sich Akustikdecken, die den Schall besser verschlucken. „So sind die Ohren der Kinder, und natürlich auch die der Erzieherinnen, besser geschützt“, sagte Tönges. Über den Tag verteilt gab es weitere bautechnische und pädagogische Führungen. Insgesamt haben im Kindergarten bis zu 85 Kinder Platz, momentan sind 68 Kinder einquartiert. Für die Erzieherinnen wurde ein Pausen- und Konferenzraum gebaut. Dort können sie sich eine Auszeit gönnen, wenn der Beruf zu stressig werden sollte. (lus)

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