Den Älteren fehlen die Sozialkontakte

Altenclubs in Waldeck-Frankenberg wegen Corona ohne Aktivitäten - darunter leiden Senioren

 Zeitvertreib in der Pandemie: Die 93-jährige Erika Paulus aus Viermünden arbeitet mit 18 weiteren Seniorinnen an einer Patchworkdecke für den Kindergarten Schreufa – eine Aktion der Viermündener Landfrauen.
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Zeitvertreib in der Pandemie: Die 93-jährige Erika Paulus aus Viermünden arbeitet mit 18 weiteren Seniorinnen an einer Patchworkdecke für den Kindergarten Schreufa – eine Aktion der Viermündener Landfrauen.

Durch Corona und die damit verbundenen Verbote und Kontaktbeschränkungen sind in Waldeck-Frankenberg besonders auch die Seniorenclubs in ihren Aktivitäten betroffen.

Waldeck-Frankenberg – „Der wichtige regelmäßige Austausch, die geistigen Impulse, das soziale Miteinander, das gemeinsame Essen, Trinken und Spaß haben – kurz, die gemeinsame Freude fällt weg, es gibt keinen gleichwertigen Ausgleich“, beschreibt Regine Frese, Kreisaltenbetreuerin im DRK Frankenberg, die vergangenen 13 Monate.

Viele Senioren fühlten sich „vom Leben abgeschnitten“ und hätten – über die Familie hinaus – kaum noch soziale Kontakte. „Aus vielen Gesprächen mit den älteren Menschen weiß ich, dass Corona die Einsamkeit massiv verstärkt“, berichtet Frese. Telefonate und kurze Besuche an der Haustür könnten dem nicht entgegenwirken. „Die Immobilität nimmt zu. Glücklicherweise leben wir hier auf dem Land, da funktioniert die Nachbarschaftshilfe noch sehr gut“, sagt Frese, die die 32 DRK-Seniorenclubs im Kreisverband Frankenberg betreut. „Aufgrund der Corona-Pandemie mussten alle Aktivitäten eingestellt werden.“ Neben den monatlichen Treffen, Clubleiter-Tagungen oder Ausflügen betreffe dies auch die Angebote für Gymnastik und Tanz, die über Jahrzehnte ein wichtiger und fester Bestandteil der Seniorenarbeit im DRK gewesen seien.

Auch im DRK-Kreisverband Korbach-Bad Arolsen seien pandemiebedingt alle Treffen eingestellt worden, teilt Mitarbeiterin Ursula Franke mit. „Speziell in Korbach ist noch offen, ob der Seniorentreff weitergehen wird. Die Leiterin des Treffs im Korbacher Bürgerhaus war Inge Müller. Sie hat sich aus der Vereinsarbeit alters- und gesundheitsbedingt zurückgezogen.“ In Korbach und Goddelsheim habe es vor Corona mehrere Gymnastikgruppen für Senioren sowie eine Herzsportgruppe gegeben.

Die Aktivitäten der Landsenioren ruhen ebenfalls. „Wir können nichts von unserem umfangreichen Jahresprogramm umsetzen“, klagt der Vorsitzende der Waldecker Landsenioren, Karl Schmidt. „Dabei warten die alten Menschen doch darauf, mal wieder Unterhaltung zu haben.“ Eigentlich habe man am 28. Mai das 30-jährige Bestehen feiern wollen.

Mehr als 850 Hausbesuche in der Pandemie

Wie sich die Situation in der Seniorenarbeit verändert hat, zeigt die Statistik: Im Jahr 2019 – vor Corona – fanden in den DRK-Seniorenclubs des Kreisverbandes Frankenberg 322 Veranstaltungen und 59 Fahrten statt – mit insgesamt 6651 Teilnehmern. Und es gab 414 Hausbesuche. Im Corona-Jahr 2020 fanden in den Clubs 93 Veranstaltungen und 7 Fahrten statt, mit 2927 Teilnehmern. Die Hausbesuche sind von 414 auf 859 angestiegen, berichtet Regine Frese.

Von Susanna Battefeld

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