Stadtverordnetenversammlung in Gemünden

Alter Schule erhalten, aber wie?

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Streitthema alte Schule: Wie es mit dem Gebäude in der Gemündener Hofstraße weitergehen soll, sollen nun die Ausschüsse vorbereiten.

Gemünden. - Die Diskussion über die Zukunft der alten Schule in der Hofstraße war kontrovers. Nur in einem waren sich die Parlamentarier einig: dass etwas geschehen muss.

„Das Gebäude ist in desolatem Zustand“, sagte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Armin Körbs. In der alten Schule in der Hofstraße wurde unter anderem ein Wasserschaden längere Zeit nicht entdeckt. Die Christdemokraten schlugen daher vor, das Gebäude nach der Instandsetzung als Kultur- und Tagungszentrum zu nutzen.

„Ich habe erst mal dreimal schlucken müssen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz-Jürgen Hammer. Für die Sozialdemokraten stellt sich vor allem die Frage nach der Finanzierung eines solchen Projekts. Ein kategorisches Nein blieb seitens der SPD allerdings aus. Vielmehr schlugen die Abgeordneten vor, das Thema zunächst an die zuständigen Ausschüsse zu verweisen; ein Vorschlag, mit dem sich die Christdemokraten durchaus anfreunden konnten.

Ganz so einsichtig zeigte sich die Bürgerliste nicht: „Das Gebäude muss erhalten werden“, sagte Hans-Hermann Faust. Dies sei der einzige Punkt, in dem die Bürgerliste mit den andern Fraktionen übereinstimme. „Wir müssen den Bürgern sagen, dass sie höhere Gebühren zahlen müssen. Und im Gegenzug wollen wir uns ein Denkmal dahinsetzen, das wir uns einfach nicht leisten können“, sagte er. Dies wies Körbs aufs Schärfste zurück: Es gehe darum sich Gedanken zu machen, wie eine städtische Immobilie in irgendeiner Form sinnvoll für die Zukunft erhalten werden könne.

Was die Finanzierung angeht, gab Bürgermeister Frank Gleim zu bedenken, dass es für die späteren Betriebskosten keine Fördergelder gebe - auf die Stadt kämen in den nächsten Jahren ohnehin hohe Summen für Sanierung öffentlicher Gebäude zu. Für Gleim ist zudem die Unterbringung von Flüchtlingen eine Möglichkeit der Nutzung, zumal die Stadt die Verwaltungsvereinbarung mit dem Landkreis unterzeichnet habe. Das bedeutet, dass die Stadt keine pauschale Zuweisung bekommt, solange Wohnraum vorhanden ist. Funktioniere dies nicht, könne es passieren, dass die Stadt kurzfristig Flüchtlinge unterbringen muss. „Dann kann es nicht schaden, wenn Gemünden weiß: wo bringe ich diese Menschen unter?“

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