Die Wandersaison hat begonnen: Heimische Experten geben Tipps für Einsteiger

Ein altes Hobby neu entdecken

Gut eingelaufene, feste Schuhe, bequeme Kleidung und – wer mag – ein paar Stöcke reichen aus, um mit dem Wandern zu beginnen. In der Region gibt es hunderte Kilometer markierte Wanderwege, so dass für jeden Trainingsstand etwas dabei ist. Fotos: Archiv/An

Waldeck-Frankenberg - Für die einen hat sie nie aufgehört, für die anderen beginnt sie gerade erst: Die Wandersaison. Seit den ersten sonnigen Tagen des Frühlings sind wieder Einheimische und Gäste auf den Wanderwegen der Region unterwegs. Experten geben Tipps für alle, die das alte Hobby neu für sich entdecken wollen.

Das Klischee vom Wandern ist überholt: Längst beschränkt es sich nicht mehr auf Seniorengruppen und Stammtische, die am 1.Mai auf Tour gehen, obwohl es beide auch weiterhin gibt. Doch außer den Urlaubsgästen nutzen immer mehr Einheimische - darunter viele junge Leute - die im buchstäblichen Sinne ausgezeichneten Wege in der Umgebung, um sich vom Alltag zu erholen, sich zu bewegen und die Region fernab der Straßen kennenzulernen.

Die meisten Wanderrouten sind leicht zu finden: „Auch für unerfahrene Wanderer bietet unsere Region ganz hervorragende Voraussetzungen“, sagt Thorsten Hoyer aus Frankenau, der durch seine internationalen und regionalen Extremwanderungen bekannt ist. Besonders die so genannten Extratouren - prämierte, abwechslungsreiche Rundwege im Burgwald und im Ederbergland - seien so gut ausgezeichnet, dass sich ein Wanderer auch im unbekannten Gebiet gut zurechtfinde.

Hoyer selbst erkundet aktuell ebenfalls unbekanntes Terrain: Er ist in der Sierra Nevada unterwegs, natürlich auch zu Fuß. Für viele von Thorsten Hoyers langen Touren ist eine hochwertige Ausrüstung wichtig. „Aber für eine klassische, drei bis vier Stunden lange Wanderung am Sonntag nach dem Frühstück ist teure Hightech- oder Goretex-Kleidung nicht nötig“, sagt der Frankenauer. „Vernünftige, gut eingelaufene Schuhe sind das A und O.“ Gut sitzende Kleidung, in der man sich wohlfühle, reiche völlig aus: „Es spricht überhaupt nichts gegen eine bequeme Jeans“.

Nur für Mehrtagestouren sei schnell trocknende Kleidung empfehlenswert, falls man in Regen gerate. Auch das andere Wetterextrem sollte bedacht werden, erinnert Hoyer: Bei viel Sonnenschein sollte der Kopf geschützt werden.

Zum Wandern in Burgwald oder im Kellerwald, im Upland oder im Oberen Edertal bedarf es ansonsten nicht nicht viel Vorbereitung. Je nach Interesse gibt es Angebote für jeden Wanderer, von langen Strecken mit steilen An- und Abstiegen für trainierte Sportler bis zu gemütlichen Spazierwegen durch Bachtäler für Einsteiger. Mit Hilfe der zahlreichen Wanderkarten können zuvor geeignete Touren ausgewählt werden.

Wer nicht weit gehen will, kann auch Spaziergänge rund um den eigenen Wohnort machen: In fast allen Dörfern und Gemeinden gibt es Rundwege, die mit dem jeweiligen Anfangsbuchstaben des Ortes und einer Zahl gekennzeichnet sind.

Für anspruchsvollere Wanderer gibt es die langen Premium-Wege wie den Burgwaldpfad, den Kellerwald- und den Urwaldsteig oder den Ederhöhenpfad, die in mehreren Etappen zu erwandern sind. Auch überregionale Wanderwege wie der Hugenotten- und Waldenserpfad oder der Studentenpfad kreuzen den Landkreis.

Die Extratouren im Ederbergland und im Burgwald sind hingegen gut am Stück zu schaffen. Für diese Routen gibt es kostenlose Broschüren, auf denen der Wegeverlauf ganz genau eingezeichnet ist. „Außerdem sollten diese Wege gut markiert sein“, betont Silvia Fries, Geschäftsführerin der Ederbergland-Touristik. Denn dieses Jahr werden die Touren nachzertifiziert - das bedeutet, die Anforderungen müssen weiterhin erfüllt werden und dazu gehört eine leicht erkennbare Wegeführung.

Silvia Fries empfiehlt für Einsteiger zwei Touren im Oberen Edertal: Den Klippenpfad bei Battenberg und den Panoramapfad bei Hatzfeld. Wer sich für mehrere Stunden auf den Weg macht, sollte eine Regenjacke und etwas Proviant in den Rucksack packen, „am besten ein paar belegte Brötchen und genug Wasser zu trinken“, rät Silvia Fries.

Wer nicht auf eigene Faust losgehen möchte, hat im Naturpark und im Nationalpark eine große Auswahl: Dort werden regelmäßig geführte Wanderungen angeboten. Auch zahlreiche Wandervereine sind jede Woche unterwegs und heißen neue Interessierte willkommen.

Und auch, wer ein Faible für Technik hat, kann das beim Wandern nutzen: Für zahlreiche Wanderrouten liegen die GPS-Daten vor, an denen sich der Wanderer unterwegs orientieren kann. Von Andrea Pauly

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare