Frankenberg

Amerikanische Klänge in St. Marien

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- Frankenberg (gl). Es war ein pompöser Auftritt, der mehr Publikum verdient hätte: Sechs Glory Gospel Singers gaben am Montagabend in der katholischen Kirche 90 Minuten lang alles, um die Frankenberger zum Mitsingen und Klatschen zu motivieren – mit Erfolg.

Welch ein Klang, was für Stimmen: Wenn die Glory Gospel Singers ansetzen, um mit ihren Texten Gott zu lobpreisen, dann braucht es keine Mikrofone und Lautsprecher, sondern nur eine gute Akustik – die die katholische Kirche St. Marien am Montagabend bewies. Gut 90 Minuten fegten die Gäste aus dem New Yorker Stadtteil Harlem verbal durch das Gotteshaus und boten dabei einiges an Sangeskunst auf, bei der manch heimischer Chorleiter vor Neid erblasst wäre.

Ihre ganze Stimmgewalt bewiesen die sechs Sänger gleich zu Beginn, als sie mit einem Medley bekannter und weniger bekannter Gospelsongs das Publikum auf das Fest zu Ehren Gottes einstellten. Mit einer sehr ruhigen Version von „Kumbaya my Lord“ zeigten sie aber sofort im Anschluss, dass Gospel nicht unbedingt mit Händeklatschen und Fingerschnippen zu tun haben muss, sondern auch sehr nachdenklich, fast schon besinnlich daherkommen kann, wenn eine starke Stimme den Text gefühlvoll herüberbringt.

Auch wenn ruhige Einlagen das Konzert immer wieder auflockerten, waren es die schnellen Töne, die den Abend dominierten. Mit „I will follow him“, bekannt aus dem Spielfilm „Sister Act“, oder Rap-Einlagen bewiesen die Sänger aus den Staaten viel Mut. Der Auftritt von „Mrs. & Mr. B-U“, die mit Hip-Hop zweimal aus den Grenzen des Gospels ausbrachen, war qualitativ zwar überzeugend, wirkte in der katholischen Kirche allerdings fremd und deplatziert – der Funke wollte nicht überspringen.

Um das Frankenberger Publikum in Stimmung zu bringen, bedurfte es fast der kompletten ersten Hälfte des Konzerts in der eisig kalten Kirche, dann aber standen die knapp 80 Zuhörer, klatschen begeistert im Takt und wurden rasch Teil der Vorstellung, sodass sogar sechs Gäste aus dem Publikum auf die Bühne geholt wurden, wo sie die Glory Gospel Singers begleiten durften.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Mittwoch, 19. Oktober

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