Modellbauer Karl-Heinz Kowalewski erfüllte sich Lebenstraum

Bottendorfer an Bord der Gorch Fock

An der Schiffsglocke der Gorch Fock: Hier trafen in Wilhelmshaven der Bottendorfer Schiffsmodellbauer Karl-Heinz Kowalewski (rechts) und sein Freund Andreas Wrobel (links) mit Kapitän Nils Brandt zusammen. Seit Jahren hatten sie sich auf diese Begegnung auf dem jetzt wieder sanierten Segelschulschiff der Bundesmarine gefreut.
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An der Schiffsglocke der Gorch Fock: Hier trafen in Wilhelmshaven der Bottendorfer Schiffsmodellbauer Karl-Heinz Kowalewski (rechts) und sein Freund Andreas Wrobel (links) mit Kapitän Nils Brandt zusammen. Seit Jahren hatten sie sich auf diese Begegnung auf dem jetzt wieder sanierten Segelschulschiff der Bundesmarine gefreut.

Ein Lebenstraum hat sich für den 73-jährigen Bottendorfer Karl-Heinz Kowalewski erfüllt: Er durfte vor wenigen Tagen, kurz bevor das Segelschulschiff der Bundesmarine Gorch Fock nach jahrelangen Sanierungsarbeiten offiziell wieder in Dienst gestellt wurde, mit Kapitän Nils Brandt auf der Brücke des Großseglers stehen, neben sich die Schiffsglocke, über sich hohe Masten und Takelage.

Bottendorf/Wilhelmshaven - Seit Jahren gab es eine Einladung zu diesem Schiffsbesuch, vermittelt noch von der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Daraus hatte sich ein persönlicher Briefkontakt mit dem Kapitän entwickelt, dem es selbst auch ein Herzensanliegen war, den durch seine Sammlung und eigenen Modellbau zum Gorch-Fock-Spezialisten gewordenen Bottendorfer zu begrüßen. Nach der ersten Probefahrt des restaurierten Schiffes kam nun grünes Licht aus Wilhelmshaven. „Ich habe die letzten 14 Tage vorher nicht mehr ruhig geschlafen“, gesteht Karl-Heinz Kowalewski. „Und dann hatte ich diese Begegnung mit Kapitän Brandt, mit 55 Jahren bisher jüngster Kommandant der Gorch Fock – ein bombiger Typ! Es war ein ganz tolles Erlebnis.“

106 Zentimeter langes Modell gebaut

Seit vielen Jahren beschäftigt sich Kowalewski mit der Geschichte der Gorch Fock, Baujahr 1958. Im Jahr 2017 begann er, von ihr ein 106 Zentimeter langes Modell zu bauen. Etwa 1000 Stunden hat er aus winzigen Einzelteilen das als Bark getakelte Segelschulschiff mit 23 Segeln, fein geknüpften Wanten, Brassen und Tampen rekonstruiert – der Segelschiff-Fan kennt jedes Detail. Er hatte Konstruktionszeichnungen vor sich liegen, wobei die schweren Schiffstaue als dünne Fäden mit der Pinzette geführt werden mussten (HNA berichtete).

Bereits seit einigen Jahren ist der Bastler wegen einer Gehbehinderung in seiner Mobilität eingeschränkt. Nachdem er 2011 in Rente gegangen ist, hat er den Modellbau für sich entdeckt und seitdem schon eine ganze Serie von Schiffen wie das historische Schlachtschiff „Bismarck“ oder einen modernen Seenot-Rettungskreuzer rekonstruiert. Zu keinem seiner Schiffsmodelle hat Karl-Heinz Kowalewski aber bisher so eine starke emotionale Nähe aufgebaut wie zur Gorch Fock.

Mit Kapitän Nils Brandt gefachsimpelt

Dass es jetzt zur Begegnung mit dem Originalschiff und seinem Kapitän kam, verdankt Kowalewski der Mithilfe seines Nachbarn und guten Freundes Andreas Wrobel. Er führte für ihn den Schriftverkehr, organisierte nach mehreren Verschiebungen den Besuchstermin und fuhr ihn jetzt auch mit seinem PKW nach Wilhelmshaven. Am Pierende des Marinestützpunktes entdeckten sie die Bark mit den drei Masten. Gemeinsam fachsimpelten die beiden Bottendorfer eine Stunde lang mit Kapitän und Decksmann über Gordings (Reffeinrichtungen des Rahsegels), Nagelbank für Taue, Groß-Segel und Top-Segel - endlich alles im Original!

Als Dank für den freundlichen Empfang auf der Gorch Fock hatten Kowalewski und Wrobel dem Kapitän „Wegzehrung“ für seine erste Schiffsreise aus dem Dorf der „Worschtemäuler“ mitgebracht: ein Korb mit Burgwalder Wurst und trockenem hessischen Riesling.

Mehr als 1000 Stunden hat Karl-Heinz Kowalewski an seinem 106 Zentimeter langen Modell des Segelschulschiffs Gorch Fock gearbeitet.

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