Angeklagter gibt zu, seine schwangere Frau erstochen zu haben

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Erster Verhandlungstag: Großes Medieninteresse herrschte am Marburger Landgericht, hier im Fokus der Kameras Staatsanwaltschaft und Sachverständige.

Marburg. Wegen Mordes muss sich ein 32-Jähriger vor dem Landgericht Marburg verantworten, der am 1. Juli 2013 seine Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in Marburg erstochen hat, wie er zugibt. Er könne sich an die Tat aber nicht erinnern.

Laut Anklage hat der Mann die 37-Jährige in dem Mehrfamilienhaus durch eine Vielzahl von Stichen mit einem langen Küchenmesser getötet. Vorher habe es Streit wegen einer den Schwangerschaft der Frau gegeben.

Diese habe mit dem Angeklagten zwei heute zwei und drei Jahre Kinder gehabt, zudem habe ein damals siebenjähriger Sohn aus einer vorherigen Beziehung bei der Familie gewohnt. Während der Ehemann weitere Kinder hätte haben wollen, habe die Mutter abtreiben wollen.

Während des Streites habe sie behauptet, der kleine Sohn sei nicht von ihm. Inzwischen hat ein Gutachten ergeben, dass es doch sein Sohn ist, auch der Fötus war von ihm. Der 32-Jährige habe daraufhin das Messer geholt. Die Staatsanwaltschaft geht vom Mordmerkmal der Heimtücke aus. Die Frau habe ahnungslos am Boden vor dem Sofa gesessen oder gelegen und nicht mit dem Angriff gerechnet.

Laut Angaben einer Rechtsmedizinerin hat die Leiche mindestens 14 Einstiche im Oberkörper und im Hals sowie jeweils einen in Bauch und Rücken aufgewiesen, teilweise sehr tief, was für einen großen Krafteinsatz spreche. Eine einzige Verletzung am Hals hätte ausgereicht, den Tod herbeizuführen.

Über seinen Anwalt ließ der Angeklagte erklären, dass er die Frau getötet hat. An die Tat selber könne er sich nicht erinnern. Als er wieder zu sich gekommen sei, habe er das Blut gesehen, sich die Hände gewaschen und sei mit den beiden kleinen Kindern auf einen benachbarten Spielplatz gegangen. Dort habe er drei anwesenden Frauen die Kinder gegeben und die Polizei angerufen, die ihn wenig später festnahm.

Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt. (kse)

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Quelle: HNA

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