Restaurantbetreiber zu Geldstrafe verurteilt

Die Angestellten zahlen die Zeche

Frankenberg - Dass Köche nicht automatisch Betriebswirte seien, zeigten ganze Fernsehsendungen, sagte Richterin Andrea Hülshorst. In diese Falle sei der Angeklagte getappt - allerdings sehenden Auges.

Der 43-jährige Koch hatte im Januar 2012 ein Restaurant im Frankenberger Land gepachtet, um es selbst zu betreiben. Nach einem halben Jahr geriet er in finanzielle Schwierigkeiten. Doch statt sich Rat von einem Fachmann zu holen, zahlte er die Arbeitnehmeranteile an die Sozialversicherungen seiner Angestellten nicht mehr. Insgesamt 17 Fälle wiesen ihm das Zollamt und die Staatsanwaltschaft nach; die nicht gezahlten Beiträge summierten sich auf knapp 5000 Euro.

Dafür musste sich der mittlerweile arbeitslose Koch am Montag vor dem Amtsgericht rechtfertigen. Richterin Andrea Hülshorst verurteilte ihn zu einer Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro, aufgeteilt auf 150 Tagessätze. Der Angeklagte räumte die Taten vor Gericht unumwunden ein: „Das war einfach Dummheit von mir“. Ihm blieb allerdings auch nicht viel anderes übrig, betonte der Staatsanwalt: Schließlich waren sie nachgewiesen.

Besonders bitter ist die Situation für die Angestellten des Restaurants: Sie bleiben voraussichtlich auf den Behandlungs- und Therapiekosten sitzen, die aufgrund der fehlenden Beiträge nicht gedeckt waren und die die Krankenkassen nun einfordern. Denn durch die Privatinsolvenz des ehemaligen Arbeitgebers stehen die Chancen auf einen finanziellen Ausgleich schlecht.

Die Geldstrafe und die Kosten des Verfahrens muss der Angeklagte trotz der Insolvenz zahlen. Der Koch kommentierte sein Verhalten im letzten Wort vor dem Urteil lediglich so: „Das ist dumm gelaufen“.

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