Alkohol war im Spiel

Angriff auf Asylbewerberheim: Vier junge Männer geben Tat zu

Wohra. Nach dem Anschlag auf ein Asylbewerberheim am Sonntag in Wohra haben vier 18 beziehungsweise 19 Jahre alte Männer aus Wohra und Kirchhain die Tat gegenüber der Polizei zugegeben.

Als Motivation gaben sie „Alkoholgenuss in Verbindung mit ihrer auf persönlichen Erlebnissen basierenden emotionalen Stimmung“ an, teilte die Polizei mit. Alle vier äußerten, weder rechtsradikal noch rechtsextremistisch oder ausländerfeindlich zu sein.

Der Tatverdacht gegen die Vier habe sich nach Hinweisen aus der Bevölkerung ergeben. Die Ermittlungen der Kripo Marburg erhärteten dies, sodass die Männer noch am Sonntag vorläufig festgenommen wurden. Nach anfänglichem Leugnen räumten sie wegen der eindeutigen Beweise ihre Tatbeteiligung ein.

Bei den Ermittlungen stellte sich zudem heraus, dass mindestens einer der jungen Männer verdächtig ist, in einem Auto gesessen zu haben, aus dem heraus im Dezember 2013 im Vorbeifahren an dem Asylbewerberheim in Wohra verfassungsfeindliche Parolen gerufen worden sein sollen.

Vor dem Vorfall in Wohra gab es bisher keine polizeilichen Erkenntnisse über rechtsgerichtete Aktivitäten der jungen Männer oder auf eine rechte Szene in Wohratal. In dem Heim leben derzeit etwa 50 Menschen, die überwiegend aus Krisengebieten in Pakistan, Afghanistan und dem Irak stammen.

Wie berichtet, war bei dem Überfall in der Nacht zum Sonntag ein Sachschaden von mehreren tausend Euro entstanden. Die ersten Notrufe verängstigter Bewohner erreichten die Polizei um 4.35 Uhr. Die Täter beschädigten fast alle Jalousien des Erdgeschosses und drangen ins Gebäude ein. Dort traten und schlugen sie mehrere Innentüren ein. (jpa)

Quelle: HNA

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