Anklage gegen Arzt: Sex im Tausch gegen Medikamente

Marburg. In Marburg ist der Prozess gegen den Arzt fortgesetzt worden, der einen drogensüchtigen Patienten, der mittlerweile verstorben ist, im Tausch gegen Sex mit Medikamenten versorgt haben soll.

Staatsanwältin Annemarie Petri wirft dem Mediziner vor, Zeugen unter Druck zu setzen und Beweismittel zu manipulieren. Sie beantragte, dass der Arzt in Untersuchungshaft kommt - wegen Verdunklungsgefahr, was Richter Tobias Friedhoff aber ablehnte.

Mehrere Arzthelferinnen hatten berichtet, der Mediziner habe eine Betriebsversammlung einberufen, auf der er auf ihre Schweigepflicht gegenüber Patienten hingewiesen habe. Sollten sie dagegen verstoßen, habe dies berufliche Konsequenzen.

„Es war schon eine unterschwellige Beeinflussung“, sagte eine Frau vor Gericht und „Ich fühlte mich schon ein bisschen bedrängt“, sagten andere Zeuginnen.

Vor dem vorangegangen Verhandlungstag hatte es, wie berichtet, einen anonymen Brief an die Polizei gegeben, in dem eine Arzthelferin erklärte, der Mediziner manipuliere die Krankenakte des verstorbenen Patienten. Die Verfasserin wurde ermittelt, sie weigerte sich aber jetzt, vor Gericht auszusagen. Zum nächsten Termin soll sie einen Anwalt bekommen.

Für den Arzt steht die Zulassung auf dem Spiel. Die zentrale Frage ist, ob der junge drogensüchtige Mann zum Zeitpunkt der sexuellen Kontakte Patient war oder nicht.

Von Heiko Krause 

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Quelle: HNA

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