Lange Schlangen an den Kassen: Bei Schlecker begann gestern der Ausverkauf

Ansturm vor dem Ende

Schnäppchen bei Schlecker: Sabine Sensche schaute gestern wie viele andere Kunden am Tag des Ausverkaufs im Frankenberger Laden vorbei. Foto: Holscher

Frankenberg. An der Kasse tippt Hiltrud Huhn in Höchstgeschwindigkeit die Preise ein. Schlangen von Kunden stehen am ersten Tag des Ausverkaufs an den zwei geöffneten Kassen im Schlecker-Laden in der Frankenberger Fußgängerzone. „Es wäre schön, wenn der Anlass für die vielen Kunden ein anderer wäre“, sagt Marktleiterin Huhn wehmütig.

30 Prozent Rabatt auf alles steht in Rot auf den Fenstern und den Schildern des Schleckermarktes. Es sticht heraus zwischen dem typischen Schleckerblau, das neben dem grellen Rot verblasst.

„Es wäre schön, wenn der Anlass für die vielen Kunden ein anderer wäre.“

Hiltrud Huhn

Die Kunden halten beim Spazieren durch die Stadt am Markt an und suchen nach heruntergesetzten Duschgels, Cremes oder Toilettenpapier. „Ich bin zufällig hier vorbeigekommen und habe dann die Schilder gesehen“, sagt Bettina Werner aus Frankenberg, die gerade den Laden betreten will. „Ich find es schade, dass das Geschäft zumacht. Wieder ein leerer Laden mehr in der Innenstadt“, sagt sie.

„Die Schlecker-Mitarbeiterinnen sind ganz übel dran“, sagt Kerstin Eifler, als sie gerade den Drogeriemarkt verlässt. Sie glaubt nicht daran, dass die vielen Schlecker-Mitarbeiter so schnell wieder eine Arbeit finden. „Viele sind doch zu alt, um jetzt noch eine Umschulung zur Erzieherin oder Altenpflegerin zu machen“, kritisiert sie eine Idee der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. „Ich weiß, wie das ist. Mir ging das auch so“, erklärt Kerstin Eifler, die selbst als Verkäuferin gearbeitet hat.

Sabine Sensche steht vor dem Schaufenster des durch Leuchtstoffröhren nur mäßig beleuchteten Ladens und nimmt ein paar Flaschen Duschgel aus den Körben. „Ich finde das Angebot der Bundesregierung, sich umschulen zu lassen, eigentlich gut“, sagt sie. Die ganze Situation sei allerdings schlimm für die Mitarbeiter. „Es ist eine Sauerei.“

Sie betritt mit den Duschgelflaschen den Laden und sieht die vielen Kunden an der Kasse. „Oh Gott, ich muss doch in 15 Minuten arbeiten. Das schaffe ich dann ja doch nicht mehr, wenn die Leute hier Schlange stehen.“ Dann legt sie die reduzierten Flaschen wieder in die Körbe zurück.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare