Von der Arbeit am Kohlenmeiler in Dodenau

Dodenau. Man hört nicht viel, wenn man den Wald betritt. Nur ein paar Vögel zwitschern, irgendwo prasselt ein Lagerfeuer. Der Geruch von Rauch liegt in der Luft. Ein paar Männer sitzen vor einer Holzhütte und unterhalten sich leise.

Das ist der derzeitige Arbeitsplatz von Otmar Lauth. Er ist Chefköhler bei den Köhlertagen in Dodenau.

Sein Handwerk hat er im Hessenpark im Taunus gelernt. Mit neun Meilern, die er bisher „gefahren“ hat, gelte er in der Zunft als erfahren, sagt er. In Dodenau zeigt er nun neun Hilfsköhlern, worauf es bei der Arbeit am Meiler ankommt.

Tagsüber müssen die Männer immer wieder Erde auf den Meiler schaufeln und den Verkohlungsgrad kontrollieren. Dabei gibt es einige Regeln: Niemand darf je allein auf den Meiler gehen, sagt Otmar Lauth, bei einem Einbruch muss sofort jemand helfen können. Der Meiler muss auch in der Nacht überwacht werden, damit er nicht zu wenig oder zu viel Sauerstoff bekommt. Und auch die Glut des Lagerfeuers der Köhler darf niemals ausgehen, da es in kühlen Nächten die einzige Wärmequelle bietet.

Die Arbeit an einem Kohlenmeiler ist heute um einiges komfortabler als früher: Die Köhler in Dodenau haben sich alles Nötige mitgebracht, es gibt sanitäre Anlagen. Für die Köhler wurde zum Übernachten eine Köhlerhütte gebaut. Otmar Lauth hat sich trotzdem einen Wohnwagen mitgebracht, „Ein bisschen Luxus muss sein“, sagt er. Seit drei Wochen lebt er hier im Wald.

Vieles ist dem traditionellen Handwerk aber sehr ähnlich, sagt Otmar Lauth: „Die anstrengende Arbeit und der unterbrochene Schlafrhythmus.“

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Von Sina Beutner

Quelle: HNA

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