Lebenshilfe-Werk fördert Integration durch besonderes Beschäftigungsverhältnis – Stefan Zimmermann seit einem Jahr bei MMH

Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen

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Am Arbeitsplatz: (von links) Karl-Heinz Ködding und Pascal Gonsior (beide Lebenshilfe-Werk), Stefan Zimmermann, Fertigungsleiter Marko Trusheim und Betriebsleiter Klaus Krafthöfer.

Laisa. 16.000 Plastikteile bedruckt Stefan Zimmermann in der Allendorfer Fertigungshalle der Firma MMH pro Tag. Seit Januar ist der 34-Jährige aus Battenfeld bei dem Unternehmen beschäftigt – als Mitarbeiter der Werkstatt für behinderte Menschen (WFBM) des Lebenshilfe-Werkes in Frankenberg.

Nun wurde sein Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. „Ziel einer solchen Beschäftigung ist es, Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, erklärte Karl-Heinz Ködding, Fachkraft für Berufliche Integration beim Lebenshilfe-Werk.

Die Integration erfolgt laut Ködding nach einem dreistufigen Plan. Stufe eins: Ein Praktikum. Finanziert vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV), soll der Mitarbeiter drei Monate lang testen können, ob ihm der Arbeitsplatz außerhalb der WFBM liegt. Gleichzeitig kann der Betrieb prüfen, ob der Beschäftigte für die Tätigkeit geeignet ist. Auf das Praktikum wurde bei Zimmermann aber verzichtet, auch wenn es für den Betrieb billiger gewesen wäre. „Er hat bereits die nötige Erfahrung“, erklärte MMH-Betriebsleiter Klaus Krafthöfer.

Kein Fehltag in drei Jahren

In Stufe zwei folgt ein auf jeweils ein Jahr befristetes Beschäftigungsverhältnis, in dem sich Zimmermann wie 29 weitere Betreute im Landkreis befindet: Der Mitarbeiter ist über die WFBM sozial abgesichert. Diese handelt mit dem Arbeitgeber einen Lohn aus und behält 20 Prozent davon als Ausgleich für Urlaubs- und Krankheitstage ein. „In drei Jahren hat sich Stefan Zimmermann jedoch kein einziges Mal krankgemeldet“, betonte Ködding. Ein Ausgleich sei also nicht nötig – der Überschuss werde ausgezahlt.

Nach seinem ersten Jahr bei MMH hat Zimmermann keinen Augenblick gezögert, den Vertrag zu verlängern. Die Arbeit mache ihm Spaß, zudem könne er zur Werkshalle laufen. Gegenüber der Arbeit in der Lebenshilfe-Werkstatt hat sich sein Lohn zudem mehr als verdoppelt.

Das Unternehmen hat der Vertragsverlängerung ebenfalls ohne Bedenken zugestimmt. Stefan Zimmermann hat sich laut Krafthöfer schnell auf den Betrieb eingestellt. Der Start sei zwar ein wenig holprig gewesen, so Fertigungsleiter Marko Trusheim. Doch seit der Einarbeitungsphase laufe die Beschäftigung Zimmermanns schon seit Monaten reibungslos.

Als dritte Stufe folge ein reguläres Arbeitsverhältnis bei einem Unternehmen, erklärte Ködding.

„Es ist für einen Betrieb nicht selbstverständlich, einen Menschen mit Behinderung zu beschäftigen“, sagte Karl-Heinz Ködding. Daher sei ein solches Beschäftigungsverhältnis ein Geben und Nehmen – stets zum Wohle des Betreuten des Lebenshilfe-Werkes.

Von Sebastian Lammel

Quelle: HNA

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