Frankenau

Arno Wissemann geht als 5. Bürgermeister-Kandidat ins Rennen

- Ein Fahrlehrer will künftig bei der Stadt Frankenau die Richtung vorgeben: Arno Wissemann aus Haddamar geht bei der Bürgermeisterwahl als fünfter Kandidat ins Rennen.

Frankenau. Politische Erfahrung hat er bislang nicht gesammelt, einer Partei gehört er auch nicht an. „Ich sehe das Bürgermeisteramt als eine berufliche Herausforderung an“, sagt Arno Wissemann. Das monatliche Gehalt spiele für ihn keine Rolle, als Chef einer Fahrschule verdiene er nicht schlecht. Interesse an der Kommunalpolitik habe er schon lange. Durch seinen Nachbarn in Haddamar beispielsweise, der Mitglied des Fritzlarer Stadtparlaments sei. Was ihn am Chefsessel im Rathaus reizt? „Als Oberhaupt der Stadt ist man mit vielen Menschen zusammen“, antwortet Wissemann. Die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, bezeichnet er als eine seiner Stärken. Das sei auch in seinem Beruf als Fahrlehrer wichtig. Mit öffentlicher Verwaltung hat der gelernte Bürokaufmann Wissemann bislang nichts zu tun gehabt. Aber er komme in Frankenau ja in eine „intakte Behörde“ rein, betont der 39-Jährige. Wichtig sei für einen Rathauschef neben dem engen Kontakt zu den Bürgern ein guter Draht zu den Fördermittelgebern und der Aufsichtsbehörde. Auch vor der Aufstellung eines Haushaltsplans habe er keine Angst. Zum einen gebe es ja einen Kämmerer. Und zum anderen bringe er als gelernter Bürokaufmann und Unternehmer Kenntnisse über Buchhaltung mit, sagt Wissemann. Lange Arbeitstage sei er ebenfalls gewöhnt. Morgens fange er gegen zehn Uhr an, Feierabend habe er meistens erst gegen 22 Uhr, manchmal auch erst um Mitternacht. „Als Bürgermeister fange ich eben schon um acht Uhr an“, sagt Wissemann. Und vor Abendterminen schrecke er nicht zurück. Repräsentative Aufgaben seien wichtig für einen Bürgermeister. Im Wahlkampf will der Fahrlehrer auf Infoblätter und Pla-kate setzen, Rundgänge plane er nicht. „Durch meine Fahrschüler und deren Eltern und Großeltern bin ich recht bekannt in Frankenau“, sagt Wissemann. Seit 1999 ist er dort als Fahrlehrer tätig. Bislang seien die Reaktionen auf seine Kandidatur nur positiv gewesen, berichtet der 39-Jährige. Auch seine Ehefrau, die als Tierärztin in Düsseldorf arbeitet, stehe voll hinter seinem Entschluss, sich um den Posten im Rathaus zu bewerben. In eine politische Ecke will sich Wissemann nicht drängen lassen. Für ihn sei es wichtig, keiner Partei anzugehören und unabhängig zu agieren. Bei einer guten Idee sei es egal, von welcher Partei sie komme – Wissemanns Motto: „Das Beste für Frankenau.“ – Reinhard Kubat habe die Stadt Frankenau als Bürgermeister zur Zufriedenheit der Bürger geführt, sagt Wissemann. An die erfolgreiche Arbeit wolle er anknüpfen, aber auch eigene Akzente setzen. Wissemanns Ziel ist unter anderem, Frankenau als Wirtschaftsstandort attraktiver zu machen und die Schaffung von Arbeitsplätzen und Lehrstellen zu unterstützen. Dafür will er sich beispielsweise für schnellere Internetverbindungen auch in den Stadtteilen einsetzen. Außerdem sieht er den Bürgermeister als Wirtschaftsförderer Nummer eins, der aktiv auf Unternehmen zugeht und sich um Neuansiedlungen im Frankenauer Stadtgebiet bemüht. Die Stadt Frankenau familienfreundlicher zu machen, ist ein weiteres Ziel des Kandidaten. Ein nachhaltiges Energiekonzept soll die kleine Stadt am großen Wald „grüner“ werden lassen. Und die touristischen Attraktionen sollen besser vermarktet werden. Vereine und Ehrenamt zu unterstützen – das hält Wissemann für selbstverständlich. Darüber hinaus will er sich verstärkt um die Jugendlichen kümmern und Angebote für sie schaffen. „Wichtig ist mir, alle Generationen im Blick zu behalten“, sagt der parteilose Kandidat. Zwei Wahlversprechen gibt er ab: „Ich will eine Bürgersprechstunde und einen anonymen Kummerkasten im Rathaus einführen.“ Durch die hohe Zahl der Bewerber um das Frankenauer Bürgermeisteramt ist eine Stichwahl sehr wahrscheinlich. Die zu erreichen, ist Wissemanns Ziel. „Wenn ich mir keine Chancen ausrechnen würde, dann würde ich auch nicht kandidieren“, sagt er selbstbewusst. Im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister der „Ziegenbockstadt“ würde er auf jeden Fall nach Frankenau ziehen, betont der Kandidat.

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