Ein Jahr nach Übergabe in Frankenberg überreicht Grüttner Bewilligungsbescheid an zweite Modellstadt

Auch Büdingen startet in zweite „Familienstadt"-Phase

Frankenberg - Mit der offiziellen Übergabe des Bewilligungsbescheides ist am Freitag auch Büdigen, die zweite hessische „Familienstadt mit Zukunft", in die zweite Projektphase gestartet.

Bereits im März vergangenen Jahres hatte Sozialministerium Stefan Grüttner den Bewilligungsbescheid über 2,2 Millionen Euro für die nächsten fünf Projektjahre an den Frankenberger Bürgermeister Engelhardt übergeben. Freitagvormittag fiel nun auch in Büdingen der Startschuss für die zweite Phase.

Seit 2006 erprobt die Hessische Landesregierung modellhaft in Frankenberg und Büdingen, ob sich die Geburtenrate durch eine aktive Familienpolitik vor Ort erhöhen und auf diese Weise eine demographische Trendwende einleiten lässt. „Keine Entscheidung prägt das Leben junger Paare und Familien grundlegender und langfristiger als die Entscheidung für Kinder. Wer sich für Kinder entscheidet, drückt damit auch Zuversicht und Optimismus aus", erklärte Grüttner bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids über 2,2 Millionen Euro an Bürgermeister Erich Spamer.

Grüttner wies darauf hin, dass in Hessen wie in anderen Bundesländern sinkende Geburtenzahlen und eine zunehmende Zahl älterer Menschen die Bevölkerungsentwicklung prägen. Es sei bis zum Jahr 2050 mit einer Verringerung auf 5,5 Millionen Einwohner in Hessen zu rechnen, was einen Rückgang von zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2003 bedeute. „Dieser Bevölkerungsentwicklung bis 2050 und ihren negativen Auswirkungen müssen wir entgegentreten. Wir haben nicht zu viele alte Menschen, sondern zu wenig Kinder. Hiergegen muss etwas getan werden. Die ,Familienstädte mit Zukunft‘ leisten dazu in Hessen einen wichtigen Beitrag", erklärte Grüttner.

Kinder- und Familienfreundlichkeit auf kommunaler Ebene bedeute vor allem, dass Familien an der Gestaltung von Familienpolitik beteiligt sind und Einfluss darauf nehmen können, erläuterte Grüttner. Mit der Aktion „Wir sind ganz Ohr" und der Ideenwerkstatt hat sich die Verwaltung in Büdingen an die Bürger gewandt und von Anfang an die 15 Ortsteile in die Aufgaben einer Familienstadt mit einbezogen. Die im Rahmen des Projekts in den Ortsteilen organisierten Aktionen wirkten sich positiv auf das Miteinander und auf die Identifikation mit dem Wohnort aus. In der Altstadt Büdingens wurde das Familienbüro „Planet" Zukunft eingerichtet, das als Anlaufstelle für Familien angenommen wird. Direkt nebenan befindet sich das Cafe „La Porta", das von der Behinderteneinrichtung „Rauher Berg" betrieben wird. „In Büdingen können neue Ideen und Projekte zur Familienfreundlichkeit getestet und mit einem breiten Konsens in der Bevölkerung realisiert werden", lobte der Minister.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare