Abschlussbericht zur Untersuchung der Hatzfelder Kindertagesstätte vorgestellt

Auch neue Wege gehen

Die Hatzfelder Kindertagesstätte: Hier werden fast 100 Kinder betreut – vom Babyalter bis zum Alter von 10 Jahren. Eine wissenschaftliche Untersuchung soll das Angebot verbessern. Foto:  zpd

Hatzfeld. Wie kann man die Kindertagesstätte in Hatzfeld effektiver, attraktiver und kostengünstiger machen? Dass lässt die Stadt Hatzfeld als Träger der Einrichtung seit fast zwei Jahren von der Beratungsgesellschaft Wolfgang Höhne und Partner aus Kassel untersuchen. Der Abschlussbericht wurde am Freitagabend in der Stadtverordneten-Sitzung im DGH in Eifa vorgestellt.

Für die Untersuchung waren Eltern, Erzieher und Stadtverwaltung befragt worden. Die Ergebnisse der Elternbefragung waren bereits im Juni 2008 vorgestellt worden.

Diplom-Ökonom Wolfgang Höhne stellte nun mit Grafiken und Zahlen die finanzielle, personelle und sachliche Situation der Hatzfelder Kindertageseinrichtung vor. Er ging  vor  allem auf den großen  Unterschied ein zwischen dem Angebot und der tatsächlichen Nutzung. 138 000 Betreuungs-Stunden würden pro Jahr angeboten – berechnet anhand der Zahl der Kinder. Aber nur 85 000 Stunden würden von Kindern in Anspruch genommen. „Die tatsächliche Leistung liegt also nur bei 60 Prozent“, erklärte Höhne. „Sie müssen Personal bereit stellen, unabhängig davon, wie viele Kinder anwesend sind.“

Organisation optimieren

Genau solche betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Fragen soll die Untersuchung optimieren. „Man hat nicht viele Möglichkeiten, wo man Geld einsparen kann“, sagte Höhne und nannte Einsparpotenziale bei der Verwaltung. „Die Kita sollte organisatorisch und finanziell eigenständiger werden, sie sollte einen Teil der Arbeit der Stadtverwaltung erbringen“, schlug er vor. Man müsse sich darauf vorbereiten, dass die Stadtkasse in ein paar Jahren etwas leerer sei.

„Die Kita sollte organisatorisch und finanziell eigenständiger werden.“

Diplom-Ökonom Wolfgang Höhne

21 Empfehlungen gibt der Abschlussbericht, zum Beispiel zu Fortbildungen, zur Ausweitung der Öffnungszeiten und des Betreuungsangebots und zur Übertragung von Fach- und Finanzkompetenz. Dazu gehören auch ganz neue Ideen – etwa die, dass Erzieher am Wochenende Kindergeburtstage betreuen; oder dass Abbuchungen über Familienkarten laufen. „Können Kindertageseinrichtungen in kleinen Orten irgendwann so etwas sein wie ein Familienzentrum?“, fragte Höhne zum Abschluss in die Runde. (zpd)

Quelle: HNA

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