Gnadenbrot gibt es selten

Auch Pferde aus Waldeck-Frankenberg zum Schlachten verkauft

Waldeck-Frankenberg. Auch aus Waldeck-Frankenberg landen Pferde bei Pferdeschlachtereien. Wie hoch ihr Anteil ist und wieviele Tiere Gnadenbrot bekommen oder eingeschläfert werden, dazu gibt es unterschiedliche Schätzungen.

Speziell für die Schlachtung gezüchtet werden hier aber nach Einschätzung von Fachleuten keine Pferde.

Viehhändler Harald Köster aus Nieder-Ense bei Korbach bringt jeden Monat zehn bis 15 Pferde zu Schlachtereien in Gießen oder Werne (bei Unna). „Den Tieren das Gnadenbrot zu geben, kann sich kaum noch einer leisten“, sagt er auf HNA-Anfrage. Auch Ponys mit Familienanschluss landen seiner Schilderung nach beim Schlachter. Denn das Einschläfern ist mit Kosten verbunden: Rund 180 Euro sind für Tierarzt und Abdecker fällig. Beim Verkauf an den Viehhändler hingegen könnten die Besitzer noch einen kleinen Betrag erhalten.

Nicht nur ältere oder lahmende Tiere werden laut Köster an den Pferdemetzger verkauft. Auch Fohlen seien darunter, insbesondere Hengstfohlen von Kaltblütern. Für die gebe es keine Käufer. Zum Metzger gegeben würden auch Turnierpferde, die nicht mehr weiterverkauft werden können, weil sie beim so genannten Pferde-TÜV schlechte Beurteilungen bekommen haben. Für diesen „TÜV“ würden die Tiere geröntgt. Wenn sich dabei Schwächen am Bewegungsapparat oder der Lunge herausstellten, fänden sie nur schwer einen Käufer, sagt der Viehhändler.

Harald Schultze (Twistetal-Mühlhausen) vom Pferdzuchtverein Nordhessen, schätzt, dass mehr als die Hälfte der Pferde beim Metzger landen. Er selbst habe auch schon Tiere zum Pferdeschlachter nach Gießen gegeben. Er fahre dann aber mit, um sicherzustellen, dass die Tiere tatsächlich geschlachtet und nicht weiterverkauft und durch fragwürdige medizinische Behandlungen aufgepäppelt werden.

Händler Köster weist darauf hin, dass dies durch Schlachtbescheinigungen ausgeschlossen werden könne. Diese werden am Schlachthof von Tierärzten ausgestellt.

Von Martina Biedenbach

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Quelle: HNA

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