Frankenberger Fußgängerzone

Aufenthaltsqualität für die Flaniermeile

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Das Pflaster der Fußgängerzone sorgt bei vielen Kaufleuten nur noch für Kopfschütteln – sie wollen das Gebiet umfassend saniert sehen. Welche Kosten auf sie zukommen könnten, soll bis Anfang November geklärt sein.

Frankenberg - Die Kaufleute wollen einen neuen Belag in der Fußgängerzone - im November müssen sie zeigen, wie viel Geld sie dafür ausgeben wollen.

Der anstehende Umbau der Fußgängerzone hat die Frankenberger Kaufleute nicht nur in einer internen Sitzung im Juni beschäftigt, sondern auch während ihrer alljährlichen Herbstversammlung. Es habe durchweg Zustimmung für eine Sanierung gegeben, berichtet der Vorsitzende des Frankenberger Kaufmännischen Vereins, André Kreisz. Noch allerdings wurde nicht einmal in Ansätzen über mögliche Kosten gesprochen - denn die Fußgängerzone ist letztlich eine Straße und Straßensanierungen müssen die Anlieger in großen Teilen selbst tragen. Da viele Geschäftsinhaber zugleich auch Inhaber der Gebäude in der Straße sind, trifft viele Mitglieder der Kaufmannschaft also eine mögliche Sanierung direkt und nicht erst mittelbar über steigende Mieten.

Bürgermeister Rüdiger Heß berichtet, dass sich nach dem positiven ersten Votum im Juni drei Planungsbüros die Arbeit gemacht hätten, die Fußgängerzone genauer in Augenschein zu nehmen. Eines habe ein Konzept vorgelegt, dass sowohl im Rathaus wie auch in der Kaufmannschaft auf Gegenliebe gestoßen sei: Jenes des Planungsbüros PLF, dass auch für die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes verantwortlich zeichnet. Noch allerdings handle es sich nur um Vorplanungen - das Büro habe so etwa keine aktuellen Höhen gehabt, keine Auswahl an Pflaster. Auch deshalb sei es noch nicht möglich, schon etwas zu einem Kostenrahmen zu sagen, erklärt der Rathauschef. Über das Pflaster müssen letztlich auch die Anlieger abstimmen, sagt Heß: „Das ist ja eine Kostenfrage.“ Eine nicht-öffentliche Anliegerversammlung am Dienstag, 5. November, soll alle Betroffenen informieren. Bis dann muss PLF ein Gesamtkonzept vorlegen - und es muss eine Auswahl an Pflaster geben. Preise sollen bis dahin fest-stehen.

Denkmalschutz einbezogen

Kreisz und Heß treten in Bezug auf das Pflaster jedoch schon jetzt den Befürchtungen entgegen, die gesamte Neustädter Straße könne im Stil der „Probeplatten“ am Iller-Mones-Platz gestaltet werden. „Es handelt sich dabei um einen Oberflächentest“, beteuert der Rathauschef - zudem gehe es dabei um ein mögliches Pflaster für das Bahnhofsgelände. Da auch der Denkmalschutz in der Fußgängerzone einbezogen sei, werde das Pflaster deutlich kleinteiliger, möglicherweise mit Intarsien, und dem Charakter der Stadt entsprechend.

Die Bauarbeiten sollen auf Wunsch der Kaufleute möglichst früh nach der Genehmigung des Haushalts durch den Landkreis beginnen, damit mindestens die Adventszeit 2014 ohne Baustelle erlebt werden kann - idealerweise sogar schon Halloween (Termine siehe Kasten). „Es wird nicht wie in der Bahnhofstraße die ganze Fußgängerzone aufgerissen“, beteuert Heß. Gleich einer Wanderbaustelle sollen stattdessen immer 30 bis 50 Meter zugleich erneuert werden, sodass die Kunden immer den größten Teil der Einkaufsmeile ungehindert nutzen können.

„Wir wissen auch, dass uns ein neues Pflaster nicht sofort die Leerstände beseitigt“, erinnert Kreisz daran, dass nicht nur das Pflaster ein Problem in der Neustädter Straße ist. Es gelte, aktives Leerstandsmanagement zu betreiben. „Letztlich ist für den Leerstand aber nicht der Kaufmännische Verein oder die Stadt verantwortlich, sondern der Vermieter“, erinnert Kreisz die Eigentümer an ihre Aufgaben. Er lobt die Idee, leere Geschäfte attraktiv zu bekleben - etwa das ehemalige Ihr-Platz. „Wir gehen das jetzt an“, sagt er: In den nächsten Tagen würden Briefe an alle Eigentümer leerer Geschäfte gehen. Ein heimisches Werbeunternehmen kümmere sich um die Folierung - um den Kunden ein aufgeräumtes und attraktives Frankenberg zu präsentieren. Dass soll auch die Fußgängerzone wieder schaffen. „Wir müssen Aufenthaltsqualität bieten“, zeigt sich Bürgermeister Heß überzeugt.

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