Zweiwöchige Großübung des Bataillons für Elektronische Kampfführung

Gut aufgestellt für Zeit nach Afghanistan

Kolonne in der Dämmerung: Soldaten und Fahrzeuge sind bereit für die Verlegung zur nächsten Aufklärungsstellung.

Frankenberg - Das Abwehren überraschender Angriffe, das Schießen bei Tag und Nacht und das Errichten einer 25 Meter hohen Antenne gehörten zu den Aufgaben, die Frankenberger Soldaten bei einer Großübung trainiert haben.

Es ist Sonntag, kurz vor fünf Uhr morgens. Während Frankenberg noch schläft, herrscht in der Burgwaldkaserne bereits Hochbetrieb. Die Soldaten des EloKa-Bataillons 932 treten zum Morgenappell an, anschließend nehmen sie ihre Waffen in Empfang und verladen Material auf vom Morgentau noch nasse Lastwagen. Um halb sieben verlassen die ersten Fahrzeuge vom Typ Wolf bis hin zum Transportpanzer Fuchs die Kaserne in Richtung Baumholder. Dunkle Rußwolken und der Geruch von Diesel liegen in der Luft. Mehr als 200 Soldaten und 70 Fahrzeuge machen sich an diesem Morgen auf den Weg zu einer Großübung an die rheinlandpfälzisch-saarländische Grenze.

Um halb vier am Nachmittag treffen die letzten Fahrzeuge in Baumholder ein. Mehr als sieben Stunden Landmarsch liegen hinter den Soldaten. Nach der gefechtsmäßigen Betankung an einem Straßentankwagen sammelt der Führer des Gefechtsverbandes seine Unterführer zur Befehlsausgabe. Mit den Worten „Männer, meine Absicht ist es...“ beginnt er seinen Befehl. Nach knapper Ansprache endet er mit den Worten: „Fragen? Keine! Dann Abmarsch in 10 Minuten.“ Jeder weiß, was er zu tun hat. Eilig weisen die Unterführer ihre Männer und Frauen in den Auftrag ein. Wer kann, raucht noch schnell eine Zigarette. Dann schallt es lautstark: „Aufsitzen und Abmarsch“.

Die Motoren heulen auf und die Vorhut begibt sich in die erste Aufklärungsstellung. Unter dem Schutz von Maschinengewehren verlassen die Reservisten der RSU-Kompanie Nordhessen (Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte „Hessische Jäger“) ihre Fahrzeugen ab und sichern die Umgebung. Gleichzeitig wird die 25 Meter hohe Erfassungsantenne aufgebaut. Kaum ist sie aufgerichtet, fahren die nächsten Transportpanzer und Lastwagen in der Aufklärungsstellung ein. Nach kaum 15 Minuten hat jedes der mehr als 30 Fahrzeuge seine Stellung bezogen. Eilig werden Antennenkabel und dicke Stromleitungen angeschlossen. Ziel ist es, die Betriebsbereitschaft schnellstmöglich herzustellen. Anschließend werden alle Fahrzeuge getarnt.

Als die Abenddämmerung das Ende des ersten Übungstages ankündigt, ist für die Frauen und Männer des Bataillons für Elektronische Kampfführung 932 und der RSU-Kompanie noch lange nicht Schluss.

Immer wieder üben sie den Auf- und Abbau in unterschiedlichen Stellungen, das Herstellen der Betriebsbereitschaft, das Erfassen und Auswerten der speziell für diese Übung eingespielten Funksprüche, sowie die Verlegung und Sicherung all ihrer Aufklärungssysteme. Erst vier Tage später endet die Übung. Während der Kommandeur, Oberstleutnant Holger Schmör, bei der ersten Nachbesprechung am Folgetag die Aufklärungsübung als vollen Erfolg wertet, ist für die Frankenberger Fernmeldeaufklärer nur der erste Teil der Übung geschafft.

Über eine weitere Woche folgen umfangreiche allgemeinmilitärische Ausbildungen - insbesondere Schießen bei Tag und Nacht, sowohl statisch als auch in der Bewegung, zu Fuß und auch auf Fahrzeugen. Denn schließlich müssen die Soldaten trotz aller Spezialisierung und auch nach Belastung immer noch den Feuerkampf führen können.

Sichtlich abgekämpft aber dennoch zufrieden, treffen fast zwei Wochen nach dem Aufbruch die ersten Soldaten wieder in der Burgwaldkaserne ein. Die Zeit auf dem Truppenübungsplatz hat bei Personal und Material Spuren hinterlassen. Dennoch resümiert Oberstleutnant Holger Schmör voller Überzeugung fest: „Das EloKa-Bataillon 932 ist auch für die Post-ISAF-Zeit bestens aufgestellt.“

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