Latein-Abend an Battenberger Gesamtschule

Aufleben einer toten Sprache

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Schüler der Battenberger Gesamtschule haben sich im Rahmen eines lateinischen Abends mit dem Thema Mythologie befasst und dazu Theatereinlagen, Foto-Geschichten und selbstgedrehte Filme geboten.Foto: pr

Battenberg - Vom Krieg von Troja bis zur Geschichte um Odysseus: Die Latein-Schüler der Battenberger Gesamtschule haben sich mit dem Thema "Mythologie" befasst und dazu ein abwechslungsreiches Programm auf die Bühne gebracht.

Kreativ und oft verfremdet und modern haben die Lateiner der Jahrgänge sechs bis zehn der Battenberger Gesamtschule Geschichten aus dem Unterricht auf der Bühne dargestellt. Das Oberthema der 150 Darsteller, die entweder auf Lateinisch oder Deutsch zum Publikum sprachen, lautete „Mythologie“ .

Der Abend, durch den Wiebke Becker und Sebastian Walter führten, begann mit vier Bühnendarstellungen des sechsten und siebten Jahrgangs. Im „Juwelendiebstahl“ wurden der Hausherrin Sempronia kostbare Smaragde gestohlen. Nach einer hitzigen Verfolgungsjagd zu Pferd wurde schließlich der mutmaßliche Täter gefasst. Dieser musste aber aus Mangel an Beweisen wieder entlassen werden, denn bis heute gilt die antike Rechtsweisheit „in dubio pro reo“ - „im Zweifel für den Angeklagten“.

Danach beschworen die Schüler die Götter: Sie wollten Flavia erretten, die von wilden Piraten bei der Überquerung des Mittelmeers entführt wurde. Ob die Götter den Schülern allerdings gewogen waren, blieb für das Publikum offen.

Die Siebt- und Achtklässler hatten sich mit Geschichten rund um die Eroberung Trojas beschäftigt. Der trojanische Krieg entbrannte aufgrund der Entführung der Helena durch den trojanischen Königssohn Paris. Helena war der Preis für Paris, den ihm Venus versprochen hatte, falls er sie zur Schönsten der Göttinnen macht.Es folgte die Eroberung Trojas, aber nicht mit dem berühmten trojanischen Pferd, sondern mit einer trojanischen Ente. Die Idee und das Drehbuch stammten von den Schülern selbst.

Anschließend folgte die Darstellung des Sehers Laokoon, dessen warnende Worte zum trojanischen Pferd - oder zur trojanischen Ente - nicht gehört wurden - ein Anklang an die menschliche Hybris und die darauffolgende Bestrafung der Götter. Diese Geschichte hatten die Achtklässler von Lehrerin Vera Temme als Foto-Geschichte inszeniert.

Eine andere Gruppe stellte die Geschichte von Odysseus und der Zauberin Kirke ebenfalls mit Fotos dar. Für die Geschichten hatten die beiden Gruppen jeweils einen Projekttag investiert, um im Außengelände der Schule geeignete Bilder zu machen und diese dann zu bearbeiten.

Die Zehntklässler hatten drei verschiedene Stücke eingeübt: Das Bühnenstück „Der zärtliche Esel“ - ein frühes Lehrbuchstück über Neid und Eifersucht, eine moderne Version von Romeo und Julia, Ein Stück das zurückgeht auf die Metamorphose „Pyramus und Thisbe“ von Ovid, sowie ein Video über einen Vulkanausbruch in Battenberg - angelehnt an die Schilderung des Vesuvausbruchs von Plinius.

Die Schüler glänzten durch Schauspiel, Maske, Kostüme und ein einfallsreiches, sehr treffendes Bühnenbild. Die Dialoge waren bewusst in Jugendsprache gewählt - kontrastierend zeigten die Schüler Bilder zur antiken Originalversion von Ovid. Im Video stellten Sie eine Gruppe von Jugendlichen dar, die trotz der ersten Katastrophenmeldungen über den Vulkanausbruch sorglos in den Tag hineinlebt, dann aber von den Ereignissen überrollt wird. Von Gestein erschlagen oder Aschenqualm erstickt kamen sie alle um. (r)

Damit alle bei Kräften blieben, hatte der Jahrgang Neun von Lehrerin Vera Temme Pizza gebacken und Fladenbrot mit Moretum, einem römischen Schafskäse-Kräuter-Aufstrich, zubereitet. Das bunt gemischte Programm unter Einbeziehung aller Lateinschüler und Lehrer wurde vom Publikum mit viel Applaus honoriert. „Wir treffen uns wieder. Der nächste lateinische Abend kommt bestimmt“, kündigten die Lateinlehrer am Ende der Veranstaltung an.(r)

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