Burgwald

Aufwendige Stickereien bewundert

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- Rosenthal (sie). Die Handarbeitsgruppe der Rosenthaler Landfrauen präsentiert zum Abschluss der Wintersaison ihre Werke. In Zeiten der Fabrikherstellung bewahren sie alte Techniken vor dem Vergessen.

Eine verstärkte Ferse für die Socken, Kreuzstiche für die Tischdecke, ein zweifarbiges Muster für die gehäkelten Topflappen – seit alters her haben Menschen getüftelt und kreiert, um ihre Kleidung zu verbessern und um sich ihr Wohnumfeld zu verschönern. Dieses kulturelle Erbe wollen die Landfrauen der Burgwaldstadt für die Nachwelt erhalten – seit Jahren trifft sich eine Gruppe des Vereins in den Wintermonaten, um mit Annemarie Salzmann und Helene Detsch zu häkeln, zu stricken und zu sticken. Sie sind sich einig: Handarbeit ist kreativ und bereitet viel Spaß.

Und sie ist keineswegs aus der Mode, wie manch gleichgültiger Zeitgenosse denken mag. Wer handgearbeitete Stücke sein Eigen nennt, freut sich über die kunstfertige Verarbeitung mit viel Liebe zum Detail und über die ansprechenden Muster. Dabei hatten Designer der Moderne das Ornament schon in den 1920er-Jahren zum „Verbrechen“ erklärt, sie setzen den Leuten seitdem in der Tradition des Bauhauses kalte, glatte und schnörkellose Gebilde vor, ob als unverkleidete Betonwand oder als Möbelstück aus blankem Metall. Doch in allen Kulturkreisen der Erde schätzen die Menschen bis heute den Zierrat und das Muster. Kein Wunder, dass auch der Wert der individuellen Handarbeit nach wie vor von vielen geschätzt wird.

Im Schnitt 18 Frauen kommen von Januar bis März zu den Handarbeitsnachmittagen an jedem Montag im Übungsraum der Sänger in der Kulturhalle zusammen. So manche Landfrau ist mittlerweile zur richtigen Fachfrau geworden, immer neue Muster und Stiche probieren sie aus. Auch an verschiedene Techniken wagen sie sich heran – von der komplexen Schwälmer Stickerei bis zu Hardanger, für die viel Zeit und Geduld erforderlich sind.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Mittwoch, 23. März

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