Riesen-Tauffest in Frankenberg

Außergewöhnliches Willkommensfest

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Ob ganz frisch auf dieser Erde oder schon seit zwölf Jahren Teil der Gesellschaft: Beim großen Tauffest auf dem Burgberg wurden 29 Kinder beinahe jeden Alters getauft.

Frankenberg - Eine Taufe ist ein intimer Moment für jede Familie. Auch wenn am Sonntag Dutzende Kinder getauft wurden, schafften es die fünf Pfarrer, diese besondere Stimmung einzufangen.

Ein Lebensereignis ist eine Taufe, auch wenn die meisten Menschen sich daran nicht erinnern können - zu jung waren sie, als sie mit geweihtem Wasser auf dem meist noch relativ kahlen Kopf in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen wurden. Am Sonntag haben aber mindestens zehn Täuflinge ihre Taufe als etwas ganz Besonderes selbst wahrnehmen dürfen: Auf dem Burgberg wurden bei bestem Wetter 29 Kinder getauft - ein Drittel von ihnen war älter als sechs Jahre und bekannte sich selbst zum christlichen Glauben.

„Warum feiern wir Taufe?“, fragte Horst Schniffner, der neben Dekanin Petra Hegmann und seinen Kollegen Christoph Holland-Letz, Felicita Wickert und Emilie Weinreich Passagen des Gottesdienstes leitete. Die Taufe werde gefeiert, weil auch Jesus getauft worden sei - und zwar ebenfalls unter freiem Himmel. Dabei habe er den Auftrag gegeben, die Botschaft von der Gnade Gottes zu verbreiten und Menschen durch die Taufe in die Gemeinschaft der Gläubigen aufzunehmen. Der Himmel, erklärte Holland-Letz, habe sich aufgetan - und die Worte, die Gott an Jesus richtete, seien zugleich an alle Menschen gerichtet: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ „Dieser Satz ist an uns persönlich gerichtet“, sagte Holland-Letz. Die Dekanin betonte in ihrer Ansprache an die größeren Kinder, dass sie nicht geringgeschätzt werden dürfen. Auch Jesus habe Kinder gesegnet.

Privater Kreis in der großen Masse

An fünf eigens aufgestellten Taufbecken schritten die Pfarrer sodann zur Taufe. Tauf-Gehilfen bereiteten Schüsseln mit Weihwasser, während aufgeregte Eltern mit ihrem Nachwuchs nach vorne traten - unter den Augen von mehreren hundert Gästen. Dennoch schufen die Pfarrer die nötige Intimität, um den Familien ihr ganz persönliches Tauferlebnis zu schaffen. In kleinem Kreise sprachen sie Täuflinge, Eltern und Paten direkt an, bevor sie die Hand ins Weihwasser führten. Es war wohl das warme Wetter, das dafür sorgte, dass von den kleinen Hauptdarstellern des Tages kaum einer empört auf die plötzliche Feuchte am Kopf reagierte.

Unterlegt wurde die Zeremonie von den Klängen der Schlüchterner Band „No Notes“, die christliche wie aus dem Radio bekannte Titel spielte und sang. Landfrauen und Mitglieder der Gemeinde hatten zudem Kuchen, Kaffee und kalte Getränke vorbereitet. Die Kollekte des Groß-Gottesdienstes geht an die Kindernothilfe, insbesondere an Kinder in Nepal.

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