Frankenberg

Außergewönlicher Abend mit Worten und Klängen

- Frankenberg (r). Eine virtuose Lautenspielerin aus China und eine Schweizer Bibliothekarin gestalten am Samstag ab 19 Uhr in der Liebfrauenkirche einen außergewöhnlichen Abend mit Worten und Klängen.

Das Frühjahrsthema „Fremd“, das in diesen Wochen als Leitmotiv Gottesdienstinhalte und Kirchenmusik an der Liebfrauenkirche bestimmt, steht auch über dem Samstagabend. Marianne Wenner aus Schaffhausen wird frei und in dichter Atmosphäre Märchen für Erwachsene erzählen, kommentiert und interpunktiert durch Improvisationen auf einem einzigartigen Saiteninstrument. Gespielt wird es von der weltberühmten Pipa-Meisterin Yang Jing, die in Luzern lebt, zurzeit aber Solistin an der Heidelberger Oper ist.

Marianne Wenner ist von Beruf Buchhändlerin und Bibliothekarin und hatte so schon seit ihrer Jugend eine Beziehung zur Literatur, heute aber gehört ihre Liebe dem gesprochenen Wort. Sie sagt von sich, dass sie die Märchen, die sie erzähle, im Grunde nicht auswähle, sondern es ihr so vorkomme, als ob die Märchen sie auswählen. Marianne Wenner pflegt von daher einen an der Intuition orientierten Stil, mit dem sie auf die jeweilige Erzählsituation eingehen kann.

Ihre Kunst des Erzählens verfeinerte sie mit Kursen bei ihrer Lehrerin Gudrun Dammasch, von der sie regelrecht elektrisiert war und in der Folge am Erzählkreis Langwiesen teilnahm. Auch das Erzählen in der eigenen Familie, besonders ihren 
eigenen Kindern, prägte sie sehr. Öffentlich tritt sie bei Vereinen, Firmenjubiläen oder auch kirchlichen Anlässen auf, seit 2004 konzipiert und organisiert sie gemeinsam mit der Akkordeonistin Christel Fuchs eigene Erzählabende zu unterschiedlichen Themen und mit Märchen aus aller Welt.

Yang Jing zählt zu den bemerkenswertesten chinesischen Musikerinnen der Gegenwart. Sie ist eine herausragende Virtuosin auf der traditionsreichen chinesischen Laute Pipa und zugleich Komponistin, die bereits zahlreiche neue Werke für ihr eigenes Instrument, aber auch für verschiedene Ensembles geschrieben hat. Schon mit dreizehn Jahren spielte sie im Orchester der Henan-Oper, studierte Pipa und Komposition am Konservatorium in Shanghai und avancierte 1986 zur Solistin im chinesischen Nationalorchester, dem sie zwölf Jahre treu blieb.

Seit 1997 vervollkommnet sie sich als Komponistin in Japan bei Minoru Miki (*1930). Höchste Auszeichnungen Früh erntete Yang Jing die höchsten nationalen Auszeichnungen, unter anderem bereits zum Ende ihres Hochschulstudiums für die Komposition und Interpretation von zwei neuen, Maßstäbe setzenden Pipa-Werken: „Jiu Lian Yu/Neun Jadeketten“ und „Pin Su/Enthüllung“. Schon 1992 wurde Yang Jing ins „Who is Who“ der chinesischen Kunst aufgenommen. Im Jahre 2001 bezeichnete sie die Zeitung „China Daily“ als das „Rückgrat der heutigen chinesischen Musik“.

Der Eintritt zu dem außergewöhnlichen Abend in der Liebfrauenkirche kostet acht Euro.

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