Ausstellung der Ahmadiyya-Gemeinde will Vorurteilen entgegenwirken

+
Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß (Mitte) lobte die „offene und informative“ Ausstellung der Ahmadiyya-Gemeinde. Das Foto zeigt ihn mit (von links) Atif Ahmad, Muzaffar Ahmad, Safir Ahmad, Muneeb Ahmad.

Frankenberg. „Friede, Freiheit, Loyalität. Liebe für alle. Hass für keinen.“ Unter diesem Motto steht die Ausstellung über den Islam, die die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde Frankenberg in der Kulturhalle Frankenberg zeigt.

Es geht den Mitgliedern aus dem Oberen Edertal darum, über den Islam zu informieren und Ängste abzubauen. Auch mit Baumpflanzaktionen und einer Diskussionsrunde waren sie schon in die Öffentlichkeit gegangen. Wir sprachen mit Safir Ahmad über das Islam-Bild der Gemeinschaft, die im Landkreis 60 Anhänger hat.

Der Islamwissenschaftler Prof. Dr. Tilman Nagel sagt, dass der Koran durchaus keine friedliche Botschaft enthalte. Er sehe den Kampf gegen alle anderen Religionen als eine der ersten Pflichten des Muslims an. Wie stehen Sie dazu? Safir Ahmad: Vieles im Koran ist metaphorisch gemeint, und es kommt immer auf den Kontext an. Der Koran lehrt auch, dass man die heiligen Bücher anderer Religionen respektieren soll. Es heißt darin: Wer einen Menschen tötet, der tötet die ganze Menschheit.

Der Koran spricht aber auch von Dschihad. Ahmad: Die Übersetzung heiliger Krieg ist irreführend. Der Dschihad fordert in erster Linie den Kampf des Menschen gegen die Begierden, egoistischen Wünsche und Leidenschaften.

Was bedeutet Ihnen das Thema Religionsfreiheit? Ahmad: Sehr viel. Wir, die Ahmadiyya, werden in Pakistan verfolgt. Viele Anhänger sind deshalb aus dem Land geflohen. Auch meine Familie. Die Religionsfreiheit in Ländern wie Deutschland ist für uns ein hohes Gut.

Und was bedeutet Ihnen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland? Ahmad: Wir fühlen uns zu absoluter Loyalität dazu verpflichtet. Das schreibt auch unser Messias vor. Für uns ist Loyalität mit den Gesetzen der jeweiligen Länder auch deshalb wichtig, weil Mitglieder unserer Gemeinde in 200 Länder der Erde leben.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare