20-Jähriger aus dem Frankenberger Land muss sich vor Gericht verantworten

Wer hat das Auto gefahren?

Frankenberger Land. Hat ein 20-Jähriger aus dem Frankenberger Land sein Auto ohne Führerschein und Versicherungsschutz gelenkt? Mit dieser Frage muss sich derzeit das Marburger Amtsgericht befassen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, im September vergangenen Jahres das auf ihn zugelassene Fahrzeug gefahren zu haben, obwohl seit August kein Versicherungsschutz mehr bestand. In Besitz einer Fahrerlaubnis sei er auch nicht. Weil ein Mitarbeiter der Zulassungsstelle, auf dessen Aussage sich die Anklage stützt, jetzt jedoch keine genauen Angaben machen konnte, musste der Prozess vertagt werden, um weitere Zeugen zu laden. Er wird nun am 10. April fortgesetzt.

Der Angeklagte bestreitet die Straftaten. Vielmehr habe er das Auto seiner Freundin überlassen, die zugesagt habe, sich um die Versicherung zu kümmern. Als er dann Post von der Zulassungsstelle bekommen habe, dass das Kennzeichen entstempelt werden solle, sei er mit dem Bus zu ihr gefahren, damit sie das Auto zu ihm nach Hause fährt, was sie auch getan habe. Er habe lediglich auf dem Beifahrersitz gesessen. Die Mutter der Frau sei hinterher gefahren und habe ihre Tochter sofort wieder mitgenommen. Er habe noch einige Dinge aus dem Fahrzeug genommen, dann sei ihm vor der Haustür der Zeuge begegnet.

Dieser hat laut Oberstaatsanwalt bei der Polizei ausgesagt, er habe den Angeklagten mit dem Auto vorfahren sehen – eine Schlussfolgerung, wie sich jetzt herausstellte. Wie der Landkreis-Mitarbeiter berichtete, sei er zum Wohnsitz des Angeklagten gefahren, um das Fahrzeug stillzulegen. Tatsache sei es, dass dieses nicht da gewesen sei. Er habe dann geklingelt und die Mutter des Mannes habe geöffnet und gesagt, ihr Sohn sei mit dem Auto unterwegs. Das habe sie klar und deutlich gesagt, betonte der Zeuge auch auf den Hinweis der Verteidigung, die Frau spreche sehr schlecht Deutsch.

Dann sei der junge Mann um die Ecke gekommen. Ob er das Fahrzeug gelenkt habe, habe er nicht gesehen. Das Auto habe jedoch um die Ecke jetzt auf dem Parkplatz gestanden und niemand anderes sei in der Nähe gewesen.

Um Klarheit in die Sache zu bringen, sollen zum nächsten Termin die drei Frauen geladen werden. Der Oberstaatsanwalt verwies eindringlich darauf, dass diese nicht zugunsten des Angeklagten falsch aussagen dürften, denn darauf stünden hohe Strafen.

Wie Richter Thomas Rohner zeigte er sich verwundert darüber, dass die Freundin des Angeklagten kein Telefon besitzen soll. Der Angeklagte hatte auf Nachfrage, warum er überhaupt mit dem Bus zu ihr gefahren sei und sie nicht angerufen habe, damit sie das Auto bringt, behauptet, die junge Frau habe nicht einmal ein Handy. (kse)

Quelle: HNA

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