Kaufverträge gefälscht: Angeklagter legt Geständnis ab und belastet früheren Partner

Autohändler betrog Banken

Marburg/Frankenberger Land. Weil er mit einem Autohändler aus dem Frankenberger Land Banken um etwa 350 000 Euro betrogen haben soll, ist ein 34-Jähriger aus Hann. Münden vom Marburger Landgericht zu zwei Jahren und elf Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Während der 50-jährige Autohändler am ersten Verhandlungstag vergangene Woche alle Vorwürfe von sich gewiesen hatte – sein Verfahren wurde abgetrennt und wird neu verhandelt – legte der Angeklagte wie angekündigt ein umfangreiches Geständnis ab. Bis 2005 habe er selbst einen Autohandel betrieben, berichtete er. Den Frankenberger habe er von Geschäften gekannt, als man beschlossen habe, zusammenzuarbeiten. Er habe die Hoffnung gehabt, den Handel später einmal zu übernehmen, deshalb habe er kein Geld für seine Arbeit haben wollen, zudem habe er Kapital in die Firma eingebracht.

Zunächst seien die Geschäfte gut gelaufen, aber 2008 sei ein Einbruch wegen der Finanzkrise und der Abwrackprämie gekommen. Auch der Kreditrahmen bei der Hausbank sei ständig überzogen gewesen. Von dem Kaufmann sei deshalb ein Weg gesucht worden, illegal die Liquidität wieder herzustellen, er habe mitgemacht, räumte der Angeklagte ein.

Bei Kreditinstituten habe man bereits vorher eine Einkaufsfinanzierung in Anspruch genommen; das heißt, die Bank finanziert den Einkauf und erhält als Sicherheit den Fahrzeugbrief, den sie bei Verkauf des Autos und Auslösung des Kredits wieder herausgibt. Um die Banken zu betrügen, seien Unfallfahrzeuge und Autos mit Motorschaden mittels gefälschter Kaufverträge als schadensfreie Fahrzeuge deklariert worden, um von den Banken einen Kredit zu bekommen. Auch die Kilometerleistungen seien geschönt worden.

Insgesamt wurde der Mann in 31 Fällen des Betrugs und 27 Fällen der Urkundenfälschung verurteilt. Darüber hinaus erhielt er seine Strafe wegen 18-facher unterschlagender Untreue. Und zwar deshalb, weil die beiden Männer nach Überzeugung der Richter und nach Einlassung des Angeklagten Fahrzeuge verkauft hätten, obwohl sie Eigentum der Banken gewesen waren. Dies war ihnen mithilfe eines Mitarbeiters der Zulassungsstelle gelungen, der wegen Beihilfe zum Betrug bereits verurteilt ist. Dieser habe ihnen aus Gefälligkeit illegal Zweitschriften der Fahrzeugbriefe ausgestellt, so der 34-Jährige. Das Gericht hielt sich mit dem Richterspruch an seine Zusage, im Falle eines Geständnisses nicht mehr als drei Jahre zu verhängen. Der Verteidiger hatte in seinem Plädoyer hervorgehoben, dass seiner Ansicht nach der Haupttäter der Geschäftsmann war, sein Mandant habe nur über eine Vollmacht bis zu 10 000 Euro verfügt.

Zeuge des Staatsanwalts

Im Übrigen stehe er der Staatsanwaltschaft als Zeuge zur Verfügung, er könne auch Angaben zu möglicher Insolvenzverschleppung machen, in die weitere Menschen verwickelt seien. (kse)

Quelle: HNA

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