Frankenberg

Autohaus Maurer wird Partner von Ostmann

+

- Frankenberg (jos). Das VW- und Audi-Autohaus Maurer hat einen Vertrag mit der Ostmann-Gruppe geschlossen und will nach der Insolvenz des Korbacher Audi-Autohauses Lohmann von Frankenberg aus den Waldecker Markt bedienen.

Wie berichtet, hat sich für das insolvente Audi-Autohaus Lohmann in Korbach kein Investor gefunden. Die Verhandlungen mit einem Interessenten sind laut Insolvenzverwalterin Carola Damm von der Kanzlei Bohlig gescheitert. „Wir bedauern das sehr“, kommentierten Frank und Matthias Maurer. Die beiden Geschäftsführer des Frankenberger Autohauses Maurer waren seit knapp fünf Jahren Audi-Verkaufsagentur von Lohmann. „Wir waren ein wirklich gutes Team“, sagen die Brüder aus Frankenberg über die Zusammenarbeit mit dem Korbacher Traditionsbetrieb.

Unterm Strich profitieren Maurers allerdings von der Lohmann-Insolvenz. „In der Tat ist unsere Position am Markt gestärkt“, erklärt Frank Maurer. Das Frankenberger Autohaus hat mit der Ostmann-Gruppe, deren Hauptsitz in Wolfhagen ist, einen Vertrag geschlossen. Ab sofort sind Maurers Audi-Vertriebspartner des in ganz Nordhessen tätigen Verbundes. Profitieren kann das Frankenberger Unternehmen jetzt doppelt: Zum einen erzielt es über den Audi-Einkauf bei Ostmann bessere Margen. Und zum anderen wird das Autohaus Maurer das Audi-Geschäft im Wal­decker Land übernehmen – so sehen es entsprechende Verträge mit Ostmann und mit dem Hersteller vor.

Eine Übernahme der Lohmann-Immobilie in Korbach komme allerdings nicht infrage, so die beiden Maurer-Geschäftsführer. „Der finanzielle Aufwand wäre zu groß“, erklären sie. Ihr Unternehmen stehe zum Standort Frankenberg und wolle sich voll darauf konzentrieren. Für eine größere Erweiterung des Betriebs sei die Finanzdecke zu dünn – zumal das Frankenberger Autohaus zuletzt selber schwere Zeiten erlebt habe. „Wir sind froh, dass wir den Betrieb gerade konsolidiert haben“, sagen die Maurers.

Sollten die bisherigen Werkstatt-Kunden von Lohmann tatsächlich wie geplant demnächst in die Frankenberger Vertragswerkstatt kommen, erwägen Maurers, Mitarbeiter von Lohmann zu übernehmen. „Die ersten Bewerbungen liegen uns bereits vor“, sagt Frank Maurer. In diesem Zusammenhang hat er eine gewisse Doppelfunktion: Denn als Obermeister der Wal­deck-Frankenberger Kfz-Innung ist Frank Maurer im Auftrag der Kreishandwerkerschaft derzeit darum bemüht, den drei Lohmann-Auszubildenden in anderen Betrieben die Fortführung ihrer Lehre zu ermöglichen.

Wie die meisten Experten in der Automobil-Branche gehen Maurers davon aus, dass das Händler-Netz in Zukunft noch dünner wird. Durch die Zusammenarbeit mit der Ostmann-Gruppe blicken die Frankenberger Unternehmer nun allerdings ausgesprochen positiv in die Zukunft. „Ostmann will uns als Partneragentur in Waldeck-Frankenberg aufbauen“, sagt Frank Maurer. Schon bald stünden in der Frankenberger Ausstellungshalle weitere neue Audi-Modelle.

Weil Ostmann durch eine größere Abnahme von Autos beim Hersteller profitiere, komme es wohl auch nicht zum „Preiskampf“ zwischen der Wolfhager Gruppe und der Frankenberger Partneragentur. Maurers gehen davon aus, dass sie bei den Endkunden-Preisen mit dem Partner Ostmann Schritt halten werden. Durch den großen Umbau im Jahr 2006 erfülle das Frankenberger Autohaus alle Standards, die Audi fordert. Und die sind bei dem Premium-Hersteller vergleichsweise hoch – auch was den Kundenservice der Werkstatt angeht.

„Wir planen dieses Jahr, 70 Audi zu verkaufen“, verraten die Maurers. Volkswagen-Modelle sollen es doppelt so viele werden, hinzu kommen sollen 25 Nutzfahrzeuge. Voriges Jahr habe das Autohaus Maurer einen Umsatz von knapp sieben Millionen Euro erzielt. „Durch die Abwrack-Prämie haben wir stark profitiert“, erklärt Matthias Maurer. Denn Volkswagen habe gute Modelle in allen Segmenten. Die staatliche Bezuschussung für den Kauf von Neuwagen aus dem vorigen Jahr wirke sich auch noch auf das erste Quartal in diesem Jahr aus. Denn viele Autos sind zwar bereits 2009 verkauft worden, aber erst Anfang dieses Jahres ausgeliefert worden. Damit sind die Jobs der 17 Maurer-Mitarbeiter derzeit gesichert.

Gerade die Audi-Experten in der Werkstatt dürften schon bald alle Hände voll zu tun haben: Auf dem Anrufbeantworter bei Ostmann werden die Kunden bereits ans Autohaus Maurer verwiesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare