Vortrag bei den Landfrauen

Autorin gab viele Tipps, um Plastik zu vermeiden

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Besser leben ohne Plastik: Christine Huthwelker (links) und Gunhild Scholl freuten sich gemeinsam mit 150 interessierten Gästen, dass Nadine Schubert, Buchautorin des Bestellers „Besser leben ohne Plastik“ (Mitte), in Frankenberg referierte.

Frankenberg – „Sie werden nie wieder so einkaufen wie früher“, versprach Nadine Schubert zu Beginn ihres Vortrages „Besser Leben ohne Plastik“. Der Bezirkslandfrauenverein Frankenberg mit Gunhild Scholl an der Spitze hatte dazu in die Ederberglandhalle eingeladen. 150 interessierte Frauen und Männer waren gekommen, um den mit lebensnahen und praktischen Tipps gespickten Erzählungen zuzuhören.

„Jetzt ist Schluss mit Plastik“, erzählt die zweifache Mutter von ihrem Entschluss, den sie während ihrer zweiten Schwangerschaft gefasst hatte. „Ich habe das gleich für alle in unserer Familie beschlossen“, berichtet sie. Ein Schmunzeln geht durch die Reihen der Zuhörer. „Ich bin durch Fernsehberichte zu den Bergen von Plastikmüll, die wir erzeugen, aufgerüttelt worden“, sagt Nadine Schubert. „Millionen von Seevögeln und Säugern müssen wegen des Plastikmülls sterben, und wir Menschen tun zu wenig dagegen.“

Seit dieser Zeit verbannt sie Plastikverpackungen aus ihrem Haushalt, wo immer es geht. „Als Erstes waren die Tetrapacks dran. Die benötigt kein Mensch.“ Alle Arten von Milch und Säften seien auch in Glasflaschen zu haben.

Die ehemalige Radiomoderatorin und Online-Redakteurin hält rund 100 Vorträge pro Jahr zum Thema „Besser leben ohne Plastik“. Zwei Bücher hat sie dazu geschrieben. Sie verrät Tricks und Rezepte – zum Beispiel zur Herstellung von Seife, Badreinigern oder Waschmitteln (siehe „Rezepte“).

Alu- und Frischhaltefolie sind in ihrem Haushalt tabu. „Wenn ich eine Salatschüssel abdecken muss, nehme ich einen Teller. „Joghurt, Quark und Co. kaufe ich nur im Pfandglas. Für die Brötchen gibt es einen Stoffbeutel, ebenso wie fürs Obst. Und zum Metzger nehme ich die eigene Dose mit“, erläutert sie. Fragen der Zuhörer beantwortet sie kompetent und schnörkellos.

Legos, Barbies und Spielzeugautos gehören zum „guten Plastik“. Diese Spielsachen oder Haushaltswaren wie Tupperware könnten aufgrund ihrer langen Lebensdauer problemlos weitervererbt werden, unterstreicht Nadine Schubert.

Unterhaltsam erzählt sie von der Reparatur ihr kaputten Flip-Flops mit Schraube und Unterlegscheibe und warnt: „Mikroplastik kann auch krank machen, denn viele Weichmacher und chemische Komponenten gelangen von Plastikverpackungen über die Nahrung in unser Blut.“

Ihrer Zuhörer fordert Nadine Schubert zum Einkaufen mit eigenen Behältnissen in Unverpacktläden auf. Auch trage es zur Plastikmüllreduzierung bei, wenn man die Ernährung wieder an das jahreszeitliche Angebot anpasse.

Am Ende gab es eine sehr positive Resonanz. „Es war ein sehr interessanter Vortrag, der mir meinen persönlichen Plastikkonsum vor Augen geführt hat“, sagte Daniela Ernst vom Vorstand der Löhlbacher Landfrauen. Und: „Das wird ein bewussteres Einkaufsverhalten meinerseits nach sich ziehen.“

Die Bezirkslandfrauen indes verteilten Stoffbeutel an alle Teilnehmer.

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