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B236 bei Allendorf-Eder gesperrt: Lebensgefahr durch Baumfällungen

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Von: Thomas Hoffmeister

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Baumfällung an der B 236 zwischen Osterfeld und Bromskirchen: Forstwirt Ralf Schramm fällt eine Buche mit der Motorsäge.
Baumfällung an der B 236 zwischen Osterfeld und Bromskirchen: Forstwirt Ralf Schramm fällt eine Buche mit der Motorsäge. © Thomas Hoffmeister

Gesperrt ist zur Zeit die Bundesstraße 236 zwischen dem Abzweig Osterfeld und Bromskirchen. Dort werden Bäume gefällt.

Allendorf/Bromskirchen - „Die Bäume – überwiegend Buchen – sind durch Pilzbefall und Trockenheit geschädigt“, erklärt Jürgen Schäfer vom Forstamt Frankenberg. „Wenn wir hier Bäume fällen, besteht Lebensgefahr“, macht Schäfer deutlich.

Zwar sind die Bundesstraße und auch der Linspher-Radweg gesperrt, doch nicht alle halten sich daran. „Manche Autofahrer sind freundlich, andere weniger“, berichtet Jürgen Schäfer. Es habe auch schon heftige Diskussionen mit Radfahrern gegeben, die auf Gewohnheitsrecht pochten und behaupteten, „jeden Tag“ über den Linspher-Radweg zu fahren. Teilweise seien Absperr-Baken nachts einfach weggeräumt worden. Die Gefahr werde vielfach völlig unterschätzt, sagt Schäfer.

Bei den Baumfällarbeiten sind mehrere Forstwirte, zum Teil auch private Unternehmer, eingesetzt. Auszubildende räumen Blätter und kleinere Äste von der Straße.

Als „Bannwald“ eingestuft

„Viele Menschen verstehen nicht, dass das Holz nicht verwertet werden darf“, berichtet Alfred Spenner von Hessen-Forst. Der Grund: Das betreffende Waldstück ist als „Bannwald“ eingestuft, der aus Gründen des Naturschutzes sich selbst überlassen wird. Das bedeutet, dass diesem Wald keine Bäume – auch keine Äste – entnommen werden dürfen.

Forstwirt Ralf Schramm und seine Kollegen fällen die Bäume so, dass sie möglichst in das Waldstück und nicht auf die Bundesstraße stürzen. Mit Seilwinde und Rückeschlepper werden die gefällten Bäume dann von der Straße weggezogen.

Die Arbeit sei gefährlich, erklärt Forstwirt Schramm. Durch die extreme Trockenheit würden große Äste abbrechen. „Das hörst du gar nicht und bist auf einmal tot“, übt sich Schramm in Galgenhumor. Deshalb arbeiten die Forstwirte nie allein und immer unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.

Sperrung noch bis Freitag

Noch bis Freitagnachmittag, 29. Juli, sind die Forstwirte und Hessen-Forst-Mitarbeiter voraussichtlich mit den Baumfällarbeiten beschäftigt. Gearbeitet wird täglich von 7 bis 16 Uhr in einem Bereich zwischen dem Abzweig Osterfeld und dem alten Eisenbahntunnel in Höhe der Firma Hoppe. Im oberen Bereich, bei Bromskirchen, ist auch eine Vollerntemaschine (Harvester) im Einsatz.

Jürgen Schäfer und seine Kollegen bitten dringend darum, die eingerichteten Sperren an der Bundesstraße zu beachten.

Von Thomas Hoffmeister

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