Einblicke in Mutter-Kind-Station

Babys legen am „Schautag“ Pause ein

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Hebamme Manuela Geschwill zeigt Heike und Florian Dauber einen der drei Kreißsäle (oben). Lukas aus Odershausen kam vor sechs Jahren im Frankenberger Krankenhaus zur Welt. Beim Tag der offenen Tür beteiligte er sich am Malwettbewerb (links). Fotos: Mark Adel

Frankenberg - Etwa 450 Leben nehmen Jahr für Jahr im Frankenberger Krankenhaus ihren Beginn. Am Samstag gestatteten die Ärzte und Schwestern der Mutter-Kind-Station einen Blick hinter die Kulissen.

Viele werdende Eltern schauten sich an, welche Möglichkeiten zur Geburt die drei Kreißsäle bieten: angefangen vom Bett bis hin zur Wanne. Doch auch Kinder schauten, wo sie zur Welt gekommen waren. „Interessant ist der Blick in die Station aber auch für viele Großeltern“, sagt Chefarzt Dr. Volker Aßmann.

Denn die Ausstattung der Kreißsäle hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert: medizinische Technik ist da, wird aber versteckt, die Räume sehen wohnlich aus, warme Farben strahlen Gemütlichkeit aus.

Statistisch gesehen kommt auf der Station zwar täglich mehr als ein Kind zur Welt - während des Tags der offenen Tür machten die Neugeborenen aber eine Pause: „Sonst könnten die Kreißsäle natürlich nicht besichtigt werden“, sagt Aßmann. Das Sperr-Schild für diesen Fall war vorsorglich geschrieben: „Geburtshilfe ist nicht planbar.“ Im Kreiskrankenhaus kommen etwa 450 Kinder pro Jahr zur Welt. „Wir haben etwa eine Steigerung von drei Prozent“, erklärt Aßmann.

Im nahe gelegenen Biedenkopf wird in einigen Monaten die Geburtshilfe geschlossen. Eine Begründung des Sozialministeriums: Geburtenstationen rechneten sich erst ab 500 Geburten pro Jahr. „Das trifft auf Frankenberg aber nicht zu“, sagt der Chefarzt.

Die Schließung in Biedenkopf bedauert er. „Wir hätten uns gewünscht, dass es so bleibt, wie es ist.“ Er rechnet damit, dass einige werdende Eltern, die sonst nach Biedenkopf gefahren wären, nun nach Frankenberg kommen: „Insbesondere aus den Randgebieten des Kreises.“

Die Geburtshilfe sei eine Hauptabteilung im Kreiskrankenhaus und zudem die Station mit den meisten Geburten im Landkreis Waldeck-Frankenberg. „Wir brauchen eine möglichst breite Grundversorgung.“ So müsse die geburtshilfliche Station am Kreiskrankenhaus auch in Verbindung mit Abteilungen wie der Gynäkologie gesehen werden.

In der Geburtenstation des Kreiskrankenhauses arbeiten acht Ärzte und acht Hebammen. „Wir bilden zudem ein gutes Team mit den niedergelassenen Kinderärzten“, sagt Aßmann. Beide - Dr. Jörg Hallmann und Dr. Erich Enders - hielten zum Tag der offenen Tür auch Vorträge über Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen. Dr. Hannes Gabriel informierte über Möglichkeiten der Schmerzerleichterung bei der Geburt.

Eine ungewöhnliche Methode zur Rückbildung nach der Geburt zeigte Hebamme Heidi Heidtmann, die beim Bauchtanzen auch zum Mitmachen einlud.

Einmal im Jahr öffnet das Krankenhaus die Station, um besonders unterhaltsam über das Angebot zu informieren. Eine Besichtigung der Kreißsäle ist außerdem jeden ersten Donnerstag im Monat möglich. Am Sonntag konnten Kinder am Glücksrad drehen und Bilder malen, für Spaß bei den Erwachsenen sorgte außerdem ein Schätzspiel.

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