13 Absolventen bei Studium-Plus in Frankenberg

Bachelor als "persönliche Visitenkarte"

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Ihre Bachelorarbeit haben 13 Studierende von Studium-Plus erfolgreich abgelegt – gestern nahmen sie ihre Zeugnisse entgegen. Das Studium hatten sie noch bei der inzwischen abgewickelten Berufsakademie begonnen.

Frankenberg - Für sie war es ein kleiner Umweg: 13 ehemalige Studienanfänger der Berufsakademie haben nach deren Abwicklung ihre Hochschulausbildung bei Studium-Plus beendet und damit einen Grundstein für ihre Karriere gelegt.

Was muss das für ein Gefühl gewesen sein, für 13 junge Studierende an der Berufsakademie (BA), als sie erfuhren, dass ihre Ausbildungsstätte vor dem Aus steht? Kein Gutes, das erklärten gestern während einer kleinen Feierstunde in der Frankenberger Außenstelle von Studium-Plus die Absolventen Roman Gruß und Sascha Jenke. Beide hatten direkt zuvor ihre Bachelor-Zeugnisse entgegen genommen, ausgestellt von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Das zeigt: „Es hat alles gut funktioniert, denn sonst stünden wir jetzt nicht hier“, erklärten die Absolventen mit Blick auf den Wechsel. In diesem Zusammenhang drückten sie besonders Gesa Deinert, die in Nordhessen für den Bachelor-Studienbetrieb zuständig ist, ihren Dank aus: „Sie waren immer eine kompetente Ansprechpartnerin“, es habe nach dem Wechsel von der BA an die THM alles reibungslos funktioniert. Dank galt aber auch den Partnerunternehmen, bei denen die Studenten ihre Praxisphasen absolviert hatten und die das Studium trugen.

Die haben fortan fachgerecht ausgebildeten Führungsnachwuchs, das machte Klaus Ganter von den Viessmann-Werken in seinem Grußwort deutlich. Gantner betonte, wie wichtig es sei, dass junge und hochqualifizierte Menschen an die Region gebunden werden. „Das dient der Sicherstellung unserer wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit“, sagte er. Kluge Köpfe wie die 13 Ingenieure und Wirtschaftsingenieure dreier Fachrichtungen habe die heimische Wirtschaft bitter nötig, um im Wettbewerb zu bestehen.

Ähnlichkeit zum Weinbau

Ähnliches sagte Landrat Reinhard Kubat: „Sie sind ein Juwel für jeden Arbeitgeber“, rief er den Absolventen zu. Erfreut zeigte er sich auch über die Entwicklung von Studium-Plus in Frankenberg und Bad Wildungen. Er zog einenVergleich mit dem Weinbau: Im Wintersemester 2009/10 sei der Weinberg bereitet werden. Es folgte der Anbau des Weins - das Studium - und schließlich die Ernte, also die ersten Absolventen im Jahr 2012. „Ich freue mich auf den Tag, an dem diese Räume nicht mehr für derartige Feierlichkeiten ausreichen“, sagte der Landrat im Foyer des alten Gesundheitsamtes. Vor wenigen Wochen erst war dessen ehemaliges Archiv mit einem Büro zusammengelegt und zu einem weiteren Hörsaal umgebaut worden.

Auch Bürgermeister Rüdiger Heß hob hervor, dass Studium-Plus mittlerweile etabliert sei - auch wenn kleinere und mittlere Unternehmen noch überzeugt werden müssten, dass auch sie davon profitieren könnten. Das heimische Studienangebot helfe, den Wegzug in ein Ballungszentrum zu verhindern - „und vielleicht kommen ja auch Menschen wegen Studium-Plus her, dann werden wir ein Ballungszentrum“, scherzte Heß. Der Bachelor-Abschluss, wandte er sich an die Studenten, sei ihre persönliche Visitenkarte.

Die beste „Visitenkarte“ nahm Marco Griese aus Twistetal-Elleringhausen entgegen. Mit der Note 1,0 schloss er sein Bachelor-Studium ab. Sein Partner-Unternehmen ist auch künftig Viessmann: Er möchte einen Master-Studiengang beginnen.

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