Grüne: Keine Ergebnisse der Landesregierung bei Reaktivierung Frankenberg-Korbach

Bahn kommt nicht voran

Waldeck-Frankenberg. Rund zwei Jahre, nachdem der Landtag mit den Stimmen von Grünen, SPD und FDP einen Beschluss zur Reaktivierung der Kurhessenbahn von Frankenberg nach Korbach gefasst hat, sind immer noch keine Ergebnisse von Seiten der Hessischen Landesregierung zu verzeichnen. In einer kleinen Anfrage haben die Grünen nun die Landesregierung zur Auskunft bewegt, was sie bisher erreicht hat.

Das Erreichte reduziert sich demnach darauf, dass die Deutsche Bahn den Teilabschnitt Frankenberg-Herzhausen im heutigen Zustand für saisonale Sonderverkehre aufrecht erhalten wolle. „Das ist ein absolut unzureichendes Ergebnis“, wertet die Verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Karin Müller (Kassel). Aus der Antwort geht ferner hervor, dass die Landesregierung die Investitionskosten für die Gesamtreaktivierung dadurch reduzieren will, dass sie die Bahnlinie bis Herzhausen als Bestandslinie werten möchte.

„Dadurch soll festgelegt werden, dass die Deutsche Bahn dafür zuständig ist, die Bahn bis Herzhausen fit zu machen. Dadurch müssten Land und Kommunen nur noch die Bahn von Herzhausen nach Korbach wieder in Stand setzen“, berichtet Müller weiter.

Hierzu liegt der Landesregierung angeblich auch eine Zusage des Bundesverkehrsministeriums vor. So berichtet Minister Posch in seiner Antwort: „Auf Anfrage der Landesregierung hatte das Bundesministerium für Verkehr (…) dem Land am 17. Juni 2009 mitgeteilt, dass immerhin der südliche Abschnitt zwischen Frankenberg und Herzhausen (…) nicht mehr stillgelegt ist und daher nachträglich in das Infrastrukturkataster der Eisenbahnstrecken des Bundes aufgenommen werden muss.“ Dies wiederum wolle die Deutsche Bahn nicht eingestehen. Sie wolle nur den maroden jetzigen Zustand, der nur für Saisonverkehr reicht, erhalten.

Grünen-Landtagsabgeordneter Daniel May verweist darauf, dass die Bahn angesichts rapide steigender Energiepreise auch für den Güterverkehr immer interessanter werde. Zum Beleg verweist er auf Investitionen am Güterbahnhof Korbach.

„Außerdem erschließt die Bahn den Nationalpark Kellerwald-Edersee. Sie macht das Nationalparkzentrum bei Herzhausen für Bahnreisende aus Rhein-Ruhr und Rhein-Main erreichbar,“ sagte May. (nh/jun)

Quelle: HNA

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