Seniorenbeirat der Großgemeinde Burgwald beschäftigte sich mit künftiger Versorgung

Bald fehlen Hausärzte

Burgwald. Gibt es künftig noch eine wohnortnahe, ambulante vertragsärztliche Versorgung für alte Menschen in der Gemeinde Burgwald und im Landkreis Waldeck-Frankenberg? Diese Frage beschäftigte den Seniorenbeirat der Großgemeinde bei seiner jüngsten Sitzung, die unter Leitung von Ursula Breuer (Bottendorf) im Dorfgemeinschaftshaus von Burgwald tagte.

Immer schwieriger

Fachkundige Referenten waren die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Waldeck-Frankenberg, Dr. Hannelore Wendt (Korbach), und Dr. Gerd Freytag (Frankenberg).

Es werde in letzter Zeit immer schwieriger, aus Altersgründen frei werdende ärztliche Praxen auf dem Land neu zu besetzen, schilderte Dr. Freytag in seinem Situationsbericht und bezog sich dabei auf Beispiele aus der Region. Fünf bis zehn der derzeit etwa 30 niedergelassenen Hausärzte im Frankenberger Raum würden aus Altersgründen in absehbarer Zeit ausscheiden.

In der Bundesrepublik verringere sich insgesamt die Zahl junger Ärzte, viele von ihnen wanderten zudem in gut bezahlte Positionen mit besseren Arbeitsbedingungen im Ausland ab, und auch der Anteil der Studienanfänger im Bereich Medizin werde immer kleiner, berichtete Dr. Freytag. Im Jahr 2015, so zeige die Statistik, würden in Hessen etwa 400 Hausärzte fehlen.

Die gewohnte wohnortnahe ärztliche Betreuung durch den Hausarzt mit langfristiger, enger Patientenbindung werde deshalb in Zukunft immer seltener. In Waldeck-Frankenberg, in dem der Planungsbereich zur ambulanten ärztlichen Versorgung der Kassenärztlichen Vereinigung identisch sei mit dem politischen Landkreis, ergebe sich zurzeit allerdings noch eine leichte Überversorgung.

Diskutiert wurde vom Burgwalder Seniorenbeirat, ob künftig Medizinische Versorgungszentren und Gemeinschaftspraxen eine Alternative darstellen könnten. Solche Einrichtungen würden dann aber nicht mehr in den kleinen Gemeinden, sondern in den Mittelzentren entstehen, was insbesondere ältere Menschen auf dem Land vor große Fahrprobleme stelle.

Das Problem des Hausärztemangels habe sich bereits seit vielen Jahren angekündigt, erklärte Amtsärztin Dr. Wendt. Auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg, wo zur Zeit noch 111 Hausärzte praktizierten, habe sich, wie viele andere Landkreise auch, erst kürzlich wieder im Kreistag mit dem Problem der hausärztlichen Versorgung beschäftigt und dabei die Einrichtung von Gesundheitskonferenzen und die Erstellung regionaler Konzepte vorgeschlagen. Es gebe bereits Fördermodelle, aber wenn nicht genügend Medizinstudenten da seien, greife auch solche Förderung nicht, bedauerte Dr. Wendt. (zve)

Quelle: HNA

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