Barriere-Test: VdK-Ortsverband war mit Rollstuhlfahrer Heinz Folkmann unterwegs

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Zu schmal für den Rollstuhl: Heinz Folkmann und die Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Reddighausen-Holzhausen-Eifa, Gerlinde Albath, an einem Gehweg in Holzhausen.

Holzhausen. Wenn der Bordstein zum unüberwindbaren Hindernis wird: Barrieren wie Bordsteine oder auch schmale Bürgersteige und Stufen werden von vielen Menschen nicht bemerkt. Für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte oder ältere Menschen mit Rollatoren, ja sogar für Mütter mit Kinderwagen, stellen sie oft große Probleme dar.

Unter Leitung des VdK-Ortsverbands Reddighausen-Holzhausen-Eifa wurde bei einer Ortsbegehung in Holzhausen gemeinsam mit Ortsvorsteher Oliver Zissel und Rollstuhlfahrer Heinz Folkmann nach solchen Barrieren Ausschau gehalten und erste Ideen angesprochen, wie man sie beseitigen könnte. Solche Ortsbegehungen sollen in allen zum Ortsverband zugehörigen Orten stattfinden. Für den Herbst ist ein abschließender Infoabend geplant.

„Wir wollen in den einzelnen Orten auf Barrieren aufmerksam machen“, betonte VdK-Vorsitzende Gerlinde Albath. Es gehe nicht darum, die Orte in ein schlechtes Licht zu rücken. An einigen Stellen sei die Barrierefreiheit bereits gut fortgeschritten. Das Dorfgemeinschaftshaus in Holzhausen sei beispielsweise ebenerdig und so auch für Rollstuhlfahrer und ältere Menschen gut begehbar.

Problematische Stellen gibt es in Holzhausen aber noch einige, wie der kurze Rundgang mit Heinz Folkmann, der seit 1984 im Rollstuhl sitzt, zeigte.

„Ältere Rollstuhlfahrer sind nicht in der Lage, das kleinste Hindernis zu überwinden“, machte Folkmann deutlich. Er selbst könne Bordsteine und kleine Kanten bewältigen, Älteren hingegen, besonders wenn sie wegen des Alters nicht mehr gehen könnten, fehle oft die Kraft, den Rollstuhl dort hinüber zu manövrieren. Einfache Bordsteinabsenkungen oder Keile vor dem Bordstein könnten hier Abhilfe schaffen.

Noch problematischer sind mehrere Stellen, an denen der Bürgersteig sehr schmal ist. Für einen Rollstuhl ist es dort zu eng, es besteht die Gefahr, mit dem Stuhl umzukippen. Eine Lösung ist nicht immer leicht zu finden, wie Ortsvorsteher Zissel ansprach. Die Grenzbebauung sei eng an diesen Stellen, man könnte lediglich die Straße verschmälern, wenn der Gehweg breiter werden solle.

Der Spielplatz gegenüber des Dorfgemeinschaftshauses ist wegen der langen Treppe dorthin für Rollstuhlfahrer gar nicht erreichbar, aber auch Mütter mit Kinderwagen bekämen hier Probleme. Es gebe auch keinen Platz, um den Kinderwagen am Fuß der Treppe abzustellen. Hier sei aufgrund der Beschaffenheit des Geländes und der Bebauung keine Lösung in Sicht.

Für die Zukunft wünscht sich der VdK-Ortsverband, dass solche Problemstellen bei kommenden Planungen berücksichtigt werden und die Barrierefreiheit verbessert wird.

• Die nächste Ortsbegehung findet am Samstag, 12 Juli um 10 Uhr in Eifa statt. (jb)

Quelle: HNA

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