Kabarett

Battenberger lachten mit Philipp Weber über Köttbullar

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Nicht ganz ernst gemeint: Philipp Weber warnt bei seinem Auftritt in Battenberg vor einer allzu laxen Ernährung.  

Battenberg. Beim Essen geht es längst nicht nur um schlichte Nahrungsaufnahme, Kochen und Verspeisen sind unbedingt auch wichtig für Seele und Geist: Das ist die Botschaft des Kabarettisten Philipp Weber, dessen Programm „FUTTER - streng verdaulich“ anlässlich des europäischen Denkmalschutz-Tages von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen im Alten Rathaus Battenberg präsentiert wurde.

So ernst letzten Endes die Aussage ist, so überbordend witzig wurde sie an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht. Denn der 44-jährige Weber, ein studierter Chemiker, verkündet seine Wahr- und Weisheiten so überzeugend komisch, dass die über 60 Zuschauer sich stellenweise vor Lachen bogen.

Am Anfang nahm Weber die beliebten TV-Kochshows aufs Korn. Er imitierte deren „Gurus“ und amüsierte sich über die Fast-schon-Koalitionsaussage Angela Merkels beim Grünkohl-Kochen.

Aus den aufgedruckten Zutaten ersehen, um welche Tütensuppe es sich handelt: So richtig hilfreich sei das selten, und dass extra erwähnt werden müsse, dass das Aroma „natürlich“ sei, stimme einen schon bedenklich. „Nur wer selbst kocht, weiß, was drin ist“, sagte Weber, der niemals zugeben würde, dass ein Gericht versalzen ist. Er nenne es dann „bretonisch saliniert“.

Vielleicht könne er als Kontrast zu den Fast-Food-Ketten eine „Slow-Food-Gruppe“ gründen, dachte sich der Kabarettist.

„Nur wer selbst kocht, weiß, was drin ist.“

Philipp Weber

Aber oje. Mit den vielen möglichen Allergien zwischen Laktoseintoleranz und Zöliakie hatte er nicht gerechnet. Krönung war wohl die Aussage „Längliche Gemüsesorten hat mir mein Psychiater verboten“.

Was also kochen? Reste aus dem Kühlschrank böten sich an, aber der sei der dreckigste Ort in deutschen Haushalten, behauptete Weber. Jährlich würden 7,3 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, nachdem sie bereits zu „prähistorischen Relikten“ geworden seien oder sich in Kompost verwandelt hätten.

Dem Künstler gelang es überaus schlagfertig, immer wieder auch das Publikum einzubeziehen oder Zwischenrufe zu kontern. Wer im Fokus seines Interesses stand, durfte allerdings nicht zimperlich sein und die frechen Kommentare bloß nicht persönlich nehmen.

Das Battenberger Publikum nahm’s mit Humor und lachte über Köttbullar von Ikea, die wie „panierte Elchsköttel“ über den Teller rollen, und die Nürnberger Rostbratwürstchen, die in anderen Ländern als Zäpfchen verkauft würden.

„Wir wollen die Welt retten, dabei aber auf nichts verzichten“, sagte Weber, der neben allen Witzen sein flammendes Plädoyer zugunsten von Gesundheit und Natürlichkeit nicht aus den Augen ließ. Auch ein Seitenhieb auf den übermäßigen Genuss von Alkohol fehlte nicht, der sei das „Schmiermittel der Hochleistungsgesellschaft“.

Quelle: HNA

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