Frankenauer Seniorenwohnprojekt soll "Leuchtturm" im Landkreis werden

Baubeginn in zwei Wochen

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Landrat Dr. Reinhard Kubat übergab die Baugenehmigung für den Umbau der alten Schule (im Hintergrund) an Dr. Wolfgang Werner und Theo Brömmelhaus vom Lebenshilfe-Werk (v.l.). Rechts: Frankenaus Bürgermeister Björn Brede. Die Grafik zeigt, wie die künftige Tagesstätte für Senioren aussehen soll. Foto: Andrea Pauly

Frankenau - Die Pläne für ein Seniorenwohnprojekt in Frankenau haben in den vergangenen Jahren viel Geduld gefordert – sowohl von Seiten des Lebeshilfe-Werks als auch in Frankenau. Auch der Umbau der alten Schule beginnt später als geplant. Aber in den nächsten Wochen geht es los.

Als der damalige Frankenauer Bürgermeister und heutige Landrat Dr. Reinhard Kubat gemeinsam mit dem Lebenshilfe-Werk vor zehn Jahren Pläne für ein Seniorenwohnanlage an der Wolfskaute schmiedete, ahnte noch niemand, was auf die Verantwortlichen zukommen würde: Das erste Projekt scheiterte kläglich. Doch das Lebenshilfe-Werk gab nicht auf – und mit einem neuen Konzept und einem neuen Standort ging es voran, wenn auch langsam.

Immer wieder gab es Verzögerungen, aber auch die ersten Erfolge: Das Wohngruppenhaus für Senioren mit Behinderung ist seit Februar bezogen, die Bewohner sind im Städtchen bereits gut integriert. Und auch in der alten Schule, die übergangsweise als Kindergarten dienen musste, geht es jetzt voran: Die Baugenehmigung liegt vor. Landrat Dr. Reinhard Kubat übergab sie am Montag offiziell an den Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Werner und Theo Brömmelhaus, Fachbereichsleitung Wohnen im Lebenshilfe-Werk.

Eigentlich hätte die Genehmigung bereits im Frühjahr vorliegen sollen. Doch die Untersuchung der Bausubstanz auf gesundheitsgefährdende Substanzen – etwa in alten Farbschichten – hatte einige Zeit in Anspruch genommen. In ein, zwei Wochen sollen die ersten Handwerker auf der Baustelle tätig werden. „Der erste Auftrag ist heute schon rausgegangen“, freute sich Theo Brömmelhaus. Auch alle anderen Gewerke seien informiert, dass die Umsetzung beginne – allerdings müsse in den ersten Wochen wegen der Sommerferien und der vollen Auftragsbücher davon ausgegangen werden, dass nicht alle Firmen sofort aktiv werden könnten, räumten Brömmelhaus und Werner ein.

Zunächst werden die zum Teil jahrzehntealten Baustoffe entsorgt, dann folgt der Neuaufbau. In den ehemaligen Klassenräumen werden Zwischenwände eingezogen. Wo einst Kinder unterrichtet wurden, entstehen Aufenthalts- und Therapieräume, Büros und Funktionsräume. Rund ein Jahr Bauzeit hält Wolfgang Werner für realistisch.

Rund 900.000 Euro Kosten sind für die alte Schule veranschlagt, davon werden knapp 230.000 Euro über Fördermittel finanziert. Über knapp 345.000 Euro bekommt die Lebenshilfe ein Darlehen, das allerdings über die Stadt Frankenau zwischengeleitet wird. Weiteres Geld soll über die „Aktion Mensch“ nach Frankenau fließen: Für die Umsetzung der Inklusion soll eine eigene Stelle geschaffen werden.

Denn dieser Gedanke ist das Besondere an dem Gesamtprojekt: Die Tagesstätte wird nicht nur den Bewohnern der Lebenhilfe-Einrichtungen, sondern auch den Frankenauer Bürgern zur Verfügung stehen, eine Zusammenarbeit mit Stadt, Vereinen und Kirchengemeinde in der Seniorenarbeit ist vorgesehen. Weil damit auch der dritte Teil – das geplante Seniorenheim – untrennbar verknüpft ist, hat das Gesamtkonzept Modellcharakter. Frankenau solle diesbezüglich ein „Leuchtturm“ werden, sagt Werner. Die Kombination aus Versorgung und dem Erhalt der Selbstständigkeit von Senioren in der Hand eines Trägers unter dem Aspekt der personenorientierten Arbeit, wie sie in der Behindertenhilfe seit Jahren üblich ist – „das ist eine einmalige Situation im Landkreis“, betont der Chef des Lebenshilfe-Werks. Den inklusiven Schwerpunkt lobten sowohl Landrat Kubat als auch Bürgermeister Björn Brede.

(von Andrea Pauly)

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