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Bauernhof statt Büro: Mattis Wiesemann ist drittbester Landwirt-Azubi Hessens

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Von: Eike Rustemeyer

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Die Arbeit mit Kühen macht ihm am meisten Spaß: Mattis Wiesemann im Stall des Familienbetriebes Wiesemann im Vöhler Ortsteil Obernburg.
Die Arbeit mit Kühen macht ihm am meisten Spaß: Mattis Wiesemann im Stall des Familienbetriebes Wiesemann im Vöhler Ortsteil Obernburg. © Eike Rustemeyer

Der Obernburger Mattis Wiesemann schloss mit Bestnoten seine Ausbildung ab - Nun arbeitet er auf dem Hof seiner Familie.

Obernburg – „Ich könnte nicht den ganzen Tag im Büro sitzen“, sagt der 20-jährige Mattis Wiesemann aus Obernburg. Deshalb hat er sich für einen Beruf entschieden, bei dem man viel an der frischen Luft ist: Landwirt. Die Ausbildung dazu hat er mit der Gesamtnote 1,4 abgeschlossen – und war somit hessenweit der drittbeste Landwirt-Azubi seines Jahrgangs. Er und die anderen Absolventen mit Bestnoten wurden dafür vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen in Alsfeld geehrt.

Man kann durchaus behaupten, dem 20-Jährigen wurde die Begeisterung für Landwirtschaft in die Wiege gelegt. Schließlich betreiben seine Eltern den seit über drei Generationen bestehenden Familienbetrieb Wiesemann im Vöhler Ortsteil Obernburg. Dieser hat sich vor allem auf die Milcherzeugung spezialisiert. „Spaß und Interesse waren schon immer da, weil ich damit aufgewachsen bin“, erklärt der junge Landwirt, der mittlerweile im Familienunternehmen angestellt ist. Die Entscheidung für seinen Berufsweg habe er völlig ohne Druck vonseiten seiner Eltern getroffen. „Sie hätten mich bei allem unterstützt, auch, wenn ich nicht in die Landwirtschaft oder in unseren Betrieb gegangen wäre.“

Seine Ausbildung konnte Wiesemann auf zwei Jahre verkürzen. Dabei absolvierte er das erste Jahr im Betrieb der Familie Michel in Haubern, das zweite auf einem Hof in Borken-Haarhausen. Auf seine Ausbildungszeit blickt Hessens drittbester Nachwuchslandwirt positiv zurück. Die hat ihm nicht nur Spaß gemacht und „wichtige Lebenserfahrungen“ machen lassen, sondern auch „fachlich den Horizont erweitert“, sagt er. Gerade der Schwerpunkt auf Milchvieh habe ihm in Haubern gefallen, da der Umgang mit den Tieren zu einer seiner Lieblingsaufgaben gehört.

Im Sommer beginnt er eine zweijährige Fortbildung zum Betriebswirt, da er irgendwann auch den Familienbetrieb übernehmen möchte. Einschränkungen in seiner Freizeit, die auf einen 20-Jährigen mit der Landwirtschaft zukommen können, merkt Mattis Wiesemann vereinzelt, berichtet er. „Manchmal schütteln Freunde mit dem Kopf, wenn ich sage, dass ich gelegentlich auch am Wochenende morgens um zehn nach fünf aufstehen muss.“ Ihm selbst macht das aber nicht viel aus. Er trägt auch diese Konsequenzen seines Berufs voll und ganz mit.

Ob es generell noch genügend Landwirte gibt? Wiesemann findet schon. „Ich war selber überrascht, wie viele mit mir zusammen die Ausbildung abgeschlossen haben.“ Auf Seiten der Politik sieht er allerdings Verbesserungsbedarf. Die konventionellen Erzeuger, zu denen auch der Betrieb der Wiesemanns gehört, seien etwas in Verruf geraten.

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