Der zweite milde Winter in Folge bereitet Probleme in den heimischen Wäldern

Baum fällt... und muss liegen bleiben

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Die Forstwirte Burkhard Möller (l.) und Jörg Lichtenfeld fällen nicht einfach nur Bäume: Sie sorgen dafür, dass sie keine anderen Stämme beschädigen und leicht gerückt werden können. Fotos: A. Pauly

Haina (Kloster) - Der Winter war nass und mild. Das hat nicht nur die Freunde von Schneeballschlachten und Schlittenfahrten geärgert, sondern auch Probleme in der Waldwirtschaft mit sich gebracht. Denn im Forst sind die kalten Monate Hauptarbeitszeit - eigentlich.

. Durchweichte Waldböden bedeuten für Manfred Albus, den Leiter der Stiftungsforsten Kloster Haina (SKH), vor allem eines: Arbeitsstau in den Laubwaldbeständen. „Wir hängen nach“, sagt er. Was die Forstarbeiter und Harvester in den vergangenen Monaten geschlagen haben, bleibt im Wald liegen, denn die tonnenschweren Rückekräne würden den empfindlichen Waldboden zu sehr aufwühlen.

Der Winter, wenn die Laubbäume kahl sind, ist die einzige Zeit für den Einschlag dieser Holzarten. Dann füllen die Sägewerke ihre Vorräte bis zum Herbst auf - vorausgesetzt, sie kommen überhaupt an das Holz. Und das war diesen Winter nicht einfach: „Wir können nicht rücken, weil in den Fahrgassen der Boden zu weich ist“, erläutert Albus. Nicht nur die Harvester, die die Bäume fällen und entasten, würden die Böden schädigen, sondern vor allem die Kranrückezüge, die die Stämme aus dem Bestand holen und am Rand der Forstwege ablegen und dafür mehrfach durch die Rückegassen fahren müssen. Auf andere Routen können die Rückefahrzeuge nicht ausweichen - denn die Gassen sind verbindlich festgelegt.

Allein im Löhlbacher Revier liegen derzeit rund 2000 Festmeter zum Rücken bereit, schätzt Albus. Das Problem: Wenn das Holz nicht an die Waldwege transportiert wird, ist es auch nicht verkaufsfähig. Die Einkäufer begutachten das Holz dort, wo es bereits nach Qualität und Länge vorsortiert lagert. Weil der Winter in anderen Regionen auch nicht viel kälter war, haben die Sägewerke die Fristen für den Einkauf in diesem Jahr bereits verlängert.

Gehe es nach der Industrie, sagt Albus, würden die Forstbetriebe auch im Sommer Laubholz schlagen. Vom Boden her wären die Bedingungen zwar gut - doch sowohl Aspekte der Ökologie als auch der Arbeitssicherheit sprächen dagegen. Deshalb bleibe der Einschlag von belaubtem Holz eine Ausnahme: „2013 und 2014 haben wir das gar nicht gemacht, davor mal einen pro Försterei.“

Den ausführlichen Text lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung am Samstag, 14. März.

Von Andrea Pauly

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