Pflanzaktion in Battenberg

Ein Baum für Freundschaft und Frieden

+
514383-20120410191000.jpg

Battenberg (Eder) - Ein junger Nussbaum schlägt seit gestern seine Wurzeln in Battenberg. Genauso soll auch die Freundschaft zwischen Menschen verschiedener Kulturen und Religionen Wurzeln schlagen und Frieden bringen.

Ein Nussbaum steht seit gestern auf einem Rasenstück in der Dodenauer Straße. Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel hat ihn gepflanzt und seine Wurzeln mit Erde bedeckt - gemeinsam mit Ortsvorsteher Walter Jacobi und den Mitgliedern der islamischen Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Die islamische Gemeinde hat den Baum gestiftet und die Stadt um einen Ort gebeten, wo der junge Baum seine Wurzeln schlagen kann. Denn der Baum soll viele Jahre überdauern und in Battenberg als Zeichen der Freude, des Friedens und der Toleranz stehen. Gemeinsam haben die Stifter des Baums nach der Pflanzaktion an dem jungen Setzling gebetet.

„Freundschaft und Friede sind der Zweck dieses Baums“, sagt Mubarik Shahid. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Frankfurter Dachorganisation der Ahmadiyya. Ihr gehört auch die lokale Gemeinde an, zu der Frankenberg, Allendorf und Battenberg zählen.

Bereits im vergangenen Jahr hat die islamische Gemeinde einen Freundschaftsbaum im Frankenberger Stadtteil Geismar gepflanzt. In diesem Jahr solle laut Muneeb Ahmad ein weiterer Baum in Allendorf seine Wurzeln schlagen. Wie Ahmad berichtet, hat die Frankenberger Ahmadiyya-Gemeinde - gegründet wurde sie 1993 - mittlerweile 50 Mitglieder. Sie wollen die Toleranz fördern und die Gemeinsamkeiten der Religionen entdecken, um einen Teil zum Frieden beizutragen. „Wir wollen die Bäume dort pflanzen, wo wir leben“, sagt Ahmad.

Die Bäume leben lange und seien fest mit ihrer Heimat verwurzelt - und daher ein gutes Symbol für die Botschaft der Gemeinde. Deren Motto ist „Liebe für alle, Hass für keinen“. Dies wollen sie ihren Mitmenschen durch den Baum sichtbar zeigen, erklärt Ahmad.

„Dieser Baum ist Ausdruck des Friedens und der Toleranz zwischen verschiedenen Kulturkreisen und Religionen“, sagt auch Bürgermeister Horsel. „Er ist ein sichtbares Zeichen, dass Battenberg eine weltoffene Kleinstadt ist, in der viele Menschen unterschiedlicher Nationen und Religionen friedlich miteinander leben.“ Daher wünsche er sich, dass der Baum groß und stark wird - wie die Freundschaft und das Miteinander der Menschen im Oberen Edertal. Bei einer anschließenden kleinen Feier im Rathaus begrüßte Horsel die Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde schon als „liebe Freunde“. Denn sie haben das gleiche Ziel: Gut, freundschaftlich und in Harmonie zusammen zu leben.

Mit einer Rezitation aus dem Koran und einer Übersetzung auf deutsch, freundschaftlichen Worten und pakistanischen Spezialitäten besiegelten die Vertreter der Stadt und der Religionsgemeinschaft die frisch vertiefte Freundschaft. Für Horsel gab es noch ein Geschenk: Als Dank für die Möglichkeit, den Baum pflanzen zu dürfen, überreichte Shahid ihm eine Plakette mit dem Motto der Ahmadiyya und dem gestrigen Datum.

Die Ahmadiyya-Gemeinde gibt es deutschlandweit - und in mehr als 190 Ländern. Deutschlandweit pflanzen die Mitglieder der Religionsgemeinschaft auch Freundschaftsbäume. Laut Shahid ist der Battenberger Baum der 16. in diesem Jahr. „Wir haben die Hoffnung, in diesem Jahr 100 Bäume der Freundschaft pflanzen zu können“, sagt der stellvertretende Vorsitzende.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare